Kleine SPD-Geschichte

Kleine SPD-Geschichte
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27.06.10

Kleine Geschichte der SPD

 

1863

GEBURT DER DEUTSCHEN SOZIALDEMOKRATIE.

 

Ferdinand Lassalle (1825 -1864) gründet in Leipzig den "Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein", der sich 1875 mit der von August Bebel 1869 gegründeten "Sozialdemokratischen Arbeiterpartei" vereint.

 

 

1878

DAS VERBOT.

Zwei Attentate auf Kaiser Wilhelm, mit denen Sozialdemokraten nichts zu tun hatten, liefern Bismarck den Vorwand zu den "Sozialistengesetzen".

1890

SPD: DIE STÄRKSTE WÄHLERPARTEI.

Nach dem Fall der "Sozialistengesetze" wird die SPD bei den Reichstagswahlen mit 19,7 Prozent stärkste Wählerpartei im Kaiserreich. 1912 vereint sie bereits 34,8 Prozent der Stimmen.

1918

DAS FRAUENWAHLRECHT WIRD VERKÜNDET.

Am 12. November verkündet die sozialdemokratische Revolutionsregierung das Frauenwahlrecht und erfüllt damit eine schon im Erfurter Programm der SPD (1891) erhobene Forderung.

1919

EIN SOZIALDEMOKRAT WIRD REICHSPRÄSIDENT.

Im November 1918 verkündet Prinz Max von Baden die Abdankung des Kaisers. Friedrich Ebert wird der erste Reichspräsident der Weimarer Republik.

1933 - 1945

UNTERGRUND, EMIGRATION.

Nach der nationalsozialistischen Machtergreifung werden Mitglieder der SPD, die als einzige Partei gegen das Ermächtigungsgesetz gestimmt hat, und andere Nazigegner verhaftet, misshandelt und ermordet. Emigration, Illegalität und Widerstand bestimmen 12 Jahre sozialdemokratischer Geschichte.

1945

NEUBEGINN.

Unter Kurt Schumacher (1895 -1952), der eine Vereinigung mit den Kommunisten kategorisch ablehnt, formiert sich die SPD in den Westzonen neu.

1946

ZWANGSVEREINIGUNG.

In der Ostzone tauft sich die KPD in SED um und nimmt die Sozialdemokratie in Gefangenschaft. Mehr als 5.000 SPD-Mitglieder werden verhaftet. Tausende müssen flüchten. Kommunisten besetzen die Schlüsselpositionen der neuen Partei.

1949

BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND.

Bei den ersten Wahlen zum Bundestag erreicht die SPD 29,2 Prozent der Stimmen und übernimmt die Rolle der "konstruktiven Opposition". Im selben Jahr erfolgt die Gründung der DDR.

1953

VOLKSAUFSTAND IN DER DDR.

Am 17. Juni retten nur noch Panzer die Herrschaft des SED-Regimes in der DDR. Der politische Aufstand der Arbeiter wird blutig niedergeschlagen.

1959

DAS GODESBERGER PROGRAMM.

Mit der Verabschiedung des Godesberger Grundsatzprogramms wird die SPD unter Führung von Erich Ollenhauer und Herbert Wehner endgültig zur Volkspartei und öffnet sich breiten Wählerschichten, nicht zuletzt kirchlich gebundenen Kreisen.

1969

MACHTWECHSEL.

Die Zeiten sind reif für den Aufbruch aus konservativer Verkrustung, Zeit für Reformen und neue Wege der Friedenssicherung und Entspannung. Willy Brandt wird der erste sozialdemokratische Bundeskanzler der Nachkriegsgeschichte.

1972

Willy Brandt in Warschau


Der Kniefall von Bundeskanzler Willy Brandt (SPD) vor dem Warschauer Mahnmal des jüdischen Ghettos am 7. Dezember 1970. 25 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges leistete Brandt als Repräsentant des "anderen" Deutschlands stumme Abbitte für die im Namen Deutschlands verübten Gräuel während des "Dritten Reiches". Aufgrund dieser Geste wählte das US-Magazin "Time" Brandt zum "Mann des Jahres".

1974

STAFETTENWECHSEL.

Im Frühjahr gibt Willy Brandt die Kanzlerschaft an Helmut Schmidt weiter: Die Politik der beiden sozialdemokratischen Kanzler für ein modernes Deutschland wird weltweit als Vorbild anerkannt.

1982

DIE F.D.P. WENDET ZUR UNION.

Die FDP verlässt die sozialliberale Koalition und verschafft den Unionsparteien die Mehrheit in Bonn. Die SPD wird wieder Oppositionspartei. Die CDU/CSU/ FDP-Regierung setzt eine konservative Wende in Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik durch.

1987

TRADITION UND PERSPEKTIVE.

Führungswechsel. Nach 20 Jahren Parteivorsitz gibt Willy Brandt sein Amt ab. Hans-Jochen Vogel übernimmt die Parteiführung und setzt auf Tradition und Perspektive.

1989

DEUTSCHLAND VEREINT. .

Die Berliner Mauer fällt. In Schwante wird noch in der Illegalität am 7. Oktober die Sozialdemokratische Partei in der DDR gegründet. Willy Brandt sagt: "Jetzt wächst zusammen, was zusammengehört". Im gleichen Jahr verabschiedet die SPD in Berlin ihr neues Grundsatzprogramm.

1998

INNOVATION UND GERECHTIGKEIT.

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Mit dem Parteivorsitzenden Oskar Lafontaine und dem Kanzlerkandidaten Gerhard Schröder gewinnt die Partei neues Selbstbewusstsein und schlägt konsequent den Weg zurück in die Regierungsverantwortung ein. Die SPD führt den modernsten Wahlkampf ihrer Geschichte. Die Verbindung der sozialdemokratischen Leitmotive "Gerechtigkeit" und "Innovation" überzeugt die Wähler. Gerhard Schröder wird Bundeskanzler.

2002

NEUER AUFTRAG FÜR ROT-GRÜN

Am 22. September hat die SPD einen historischen Wahlsieg errungen: Sie bleibt stärkste Partei und stärkste Fraktion. Gerhard Schröder erhält ein weiteres Mandat als Bundeskanzler zur Fortsetzung der Reformarbeit. Im Zentrum stehen solides Wachstum, nachhaltige Entwicklung und mehr Gerechtigkeit.

 

Unter der Kanzlerschaft Gerhard Schröders macht sich die SPD auf den Sozialstaat zu erneuern, um ihn zu erhalten.

Auf dem außerordentlichen Parteitag in Berlin am 21. März 2004 wird Franz Müntefering zum Vorsitzenden der SPD gewählt. Klaus Uwe Benneter übernimmt das Amt des Generalsekretärs der Partei, neuer Bundesgeschäftsführer wird Karl-Josef Wasserhövel. Nach der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen am 22. Mai 2005 kündigen der SPD-Vorsitzende Franz Müntefering und Bundeskanzler Gerhard Schröder Neuwahlen an.

 

2005

 

GROSSE KOALITION

 

Nach der Bundestagswahl am 18. September wird am 22. November die Regierung der großen Koalition unter Bundeskanzlerin Angela Merkel und Vizekanzler Franz Müntefering vereidigt.

Auf dem außerordentlichen Bundesparteitag in Karlsruhe vom 14. bis 16. November 2005 wird der brandenburgische Ministerpräsident Matthias Platzeck zum Vorsitzenden der SPD gewählt. Neuer Generalsekretär der Partei wird Hubertus Heil.

Aus gesundheitlichen Gründen muss Matthias Platzeck im April 2006 sein Amt als SPD-Vorsitzender abgeben. Auf einem außerordentlichen Bundesparteitag wird der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck zum neuen Vorsitzenden der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands gewählt. Dem Partner in der großen Koalition sagt er Verlässlichkeit zu, kündigt aber gleichzeitig an, die SPD werde in dem Regierungsbündnis sehr wohl erkennbar bleiben. Dazu gehöre unter anderem auch die Sicherung eines funktionierenden Gemeinwesens durch einen handlungsfähigen Staat.

In der Großen Koalition macht sich die SPD für den sozialen Zusammenhalt stark, dafür, dass der wirtschaftliche Aufschwung, dessen Grundlagen durch die Reformpolitik der Regierung Schröder gelegt wurden, bei allen Menschen ankommt. Die Forderung nach gerechter Entlohnung macht die Sozialdemokratie daher zu einem bestimmenden Thema für die zweite Hälfte der Legislaturperiode.

Ein klares Signal des Aufbruchs setzt der Bundesparteitag Ende Oktober 2007 in Hamburg. Den festen Gestaltungswillen der Sozialdemokratie für das 21. Jahrhundert dokumentiert das in Hamburg beschlossene neue Grundsatzprogramm. Als erste Partei in Deutschland entwirft die SPD einen klaren politischen Rahmen für die wirtschaftliche Globalisierung.

Überraschend tritt Kurt Beck als Parteivorsitzender am 7. September 2008 zurück. Frank-Walter Steinmeier, der gleichzeitig von Kurt Beck als Kanzlerkandidat für die Bundestagswahl 2009 vorgeschlagen wird, übernimmt kommissarisch den Parteivorsitz. Auf dem Sonderparteitag in Berlin am 18. Oktober 2008 wird Franz Müntefering mit 84,86 Prozent zum Parteivorsitzenden gewählt. Mit Frank-Walter Steinmeier als Kanzlerkandidaten und Franz Müntefering als Parteivorsitzenden an der Spitze kämpft die SPD für die sozialdemokratische Gestaltung von Politik im nächsten Bundestag und im neuen Jahrzehnt.

 

2009


OPPOSITION

NAhles und Gabriel

 

Nach der Bundestagswahl im September 2009 bilden CDU/CSU und FDP eine neue Bundesregierung. Die SPD geht in die Opposition, Frank-Walter Steinmeier übernimmt den Fraktionsvorsitz. Franz Müntefering kandidiert nicht erneut für den Parteivorsitz.

Auf dem Bundesparteitag vom 13. bis 15. November in Dresden werden Sigmar Gabriel zum Parteivorsitzenden und Andrea Nahles zur Generalsekretärin gewählt. In den Wochen vor dem Parteitag haben sich die beiden in allen Landesverbänden einer intensiven Diskussion gestellt.

Zum Jahreswechsel beschließt der neue Parteivorstand ein ehrgeiziges Arbeitsprogramm für 2010. Kern dieses Programms ist die Etablierung von sechs Zukunftswerkstätten, die inhaltlich-programmatische Klärungen und methodische Neuerungen voranbringen sollen Ihr Ziel ist ein intensiver Dialog mit Bürgerinnen und Bürgern, mit gesellschaftlichen Gruppen, Gewerkschaften, Verbänden und Vereinen über die wichtigsten politischen Herausforderungen. Daneben wird mit der erstmailgen Befragung der Ortsvereine auch der Prozess der Parteireform eingeleitet.

Im Deutschen Bundestag übernimmt die SPD-Fraktion kraftvoll die Führung der Opposition und setzt sich deutlich von der schwarz-gelben Bundesregierung ab.


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