SPD: Für Integrierte Leitstelle in Traunstein gekämpft
SPD-Kreistagsfraktion besucht neue Räume in Traunsteiner Gewerbegebiet
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Traunstein (sts). Jahrelang habe man um den Standort der integrierten Rettungsleitstelle (ILS) in Traunstein gekämpft, nun konnte man das neue Gebäude im Gewerbegebiet an der ehemaligen Kaserne einweihen. Für die SPD-Fraktion im Kreistag, welche die neuen Räumlichkeiten kürzlich besuchte, ist die mit modernster Kommunikationstechnik ausgestattete Leitstelle eine „einmalige Einrichtung“, welche schnellste und adäquate Hilfe im Notfall für vier Landkreise koordiniert.Und auch Anton Groschack, der Leiter der Rettungsleitstelle war froh, seinen Arbeitsplatz in Traunstein beibehalten zu können. Schließlich habe sich die ILS in Traunstein über die Jahrzehnte etabliert. Vor 33 Jahren hatte sich der Rettungszweckverband Traunstein gegründet, drei Jahre später konnte man die Räume in der Leonrodstraße beziehen. Aufgrund steigender Mitarbeiterzahlen musste 1992 nochmal umgezogen werden in die Hochstraße. In den Folgejahren wurde nicht nur die Technik ständig modernisiert, auch der Zuständigkeitsbereich erweiterte sich räumlich als auch institutionell. Seit November 2008 übernimmt die Rettungsleitstelle auch die Erstalarmierung der Feuerwehren in den Landkreisen Berchtesgadener Land und Traunstein. In den neuen Räumlichkeiten hat sich der Zuständigkeitsbereich nochmals erweitert: nun werden neben den beiden Kernlandkreisen Mühldorf und Altötting und damit die zweitgrößte zu betreuende Fläche einer Rettungsleitstelle in Bayern mitversorgt. Neu ist auch die vereinheitlichte Notrufnummer. Statt der 19222 ist die 112 die zentrale Nummer bei Notfällen. Im Einzugsgebiet werden eingehende Anrufe unter dieser Nummer aufgenommen, analysiert und ein Netz von 8300 Feuerwehren, 12 Notarztstandorte und 18 Rettungswachen in 105 Kommunen koordiniert. Letztes Jahr mussten über 58.000 Einsätze zentral gesteuert werden, so der Leiter der Rettungsleitstelle. Mit modernsten Kommunikationsmitteln werden Anrufe entgegengenommen und aus dem Netz an Rettungskräften die optimale Hilfe zusammengestellt und schnellstmöglich auf den Weg gebracht. Dabei bleibt man mit den Einsatzkräften vor Ort in ständigem Kontakt und versucht im Bedarf fachliche Hilfe dazuzuholen. „Beim Felssturz in Stein mussten etwa schnellstmöglich Statiker hinzugezogen werden“, so Groschack. Um möglichst schnell vor Ort zu sein, verfügt die ILS nicht nur über detailliertes Kartenmaterial, sondern auch über Datenbanken mit relevanten Örtlichkeiten vom Sportplatz bis zum Aldi. Auch die grenzübergreifende Zusammenarbeit wurde verbessert, so der Leiter auf Anfrage von Kreisrat Hans-Michael Weisky. Wenngleich hier noch Optimierungspotenzial bestehe. Insgesamt sei man mit fünf ständig besetzen Annahmestellen und weiteren acht bei Bedarf besetzbaren Alarmierungsplätzen gerüstet für verschieden schwere Unglücksfälle bis hin zu größeren Katastrophenfällen. Noch etablieren müsse sich die neue Notrufnummer 112. Auch Hans-Michael Weisky bestätigte aus seinem Umfeld, dass die alte 19222 noch weit verbreitet sei oder besonders ältere Menschen im Notfall gern zuerst den Bereitschaftsarzt anrufen. Mit einer Führung durch die Notrufzentrale und die Technikräume endete der Besuch der SPD-Kreistagsfraktion.
