Ortskerne entlasten und Radwegenetz verbessern
SPD-Kreistagsfraktion erörtert Prioritätenliste für Straßenbaumaßnahmen im Rahmen des Verkehrsentwicklungsplanes
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Traunstein (sts). Zusammen mit Hans Zott, zuständig im Landratsamt für Kreisentwicklung und Raumordnung erörterte die SPD-Kreistagsfraktion in einer fraktionsoffenen Sitzung die künftige Verkehrsentwicklung im Landkreis. Zwei Aspekte waren der SPD-Kreistagsfraktion bei der Durchsprache der Prioritätenliste für Straßenbaumaßnahmen im Rahmen des Verkehrsentwicklungsplanes von zentraler Bedeutung: Ortskerne mit stark frequentierten Durchgangsverkehr müssen entlastet werden und das Radwegenetz weiter verbessert.
Von dem 361 Maßnahmen starken „Wunschpaket“ an Straßenbauprojekten, das überwiegend von den Kommunen beantragt wurde (272 Maßnahmen) erarbeiteten die Fachbehörden des Landratsamtes, der Polizeiinspektion Traunstein und des Staatlichen Bauamts Traunstein zunächst eine Prioritätenliste mit insgesamt 120 verbleibenden Projekten (darunter 55 Straßen, 43 Radwege und 22 Umstufungen). Dabei spielten Kriterien wie Verkehrsicherheit, technische Aspekte und strukturelle Erfordernisse eine bedeutende Rolle bei der Bewertung. Wie Hans Zott erläuterte, diene diese Liste gleichzeitig als Basis nach sechs Jahren wieder einen Verkehrsentwicklungsplan zu erstellen. Noch im Juli sollen die Ergebnisse und damit der Verkehrentwicklungsplan feststehen. Zusammen mit den SPD-Kreisräten und der Bundestagsabgeordneten Dr. Bärbel Kofler wurden daher die priorisierten Einzelmaßnahmen durchgegangen, um eventuelle Korrekturvorschläge aufzunehmen. Ganz vorne auf der Prioritätenliste für die Bundesstraßen stehe mittlerweile der Aubergtunnel in Altenmarkt. Für das im vordringlichen Bedarf befindliche Vorhaben werde noch im Juli ein Erörterungstermin stattfinden. Eine Maßnahme die auch von der SPD-Fraktion unangefochten hoch priorisiert werde. Jedoch erwarte man eine tatsächliche Entlastung des Ortes nur bei zeitnaher Fertigstellung des zweiten Abschnitts, also der Ostumfahrung und Einschleifung in St. Georgen, so Traunreuts Zweiter Bürgermeister Ernst Ziegler. Wenn aber hier ein Verkehrknoten aufgelöst werde, müssten auch die Orte im näheren Umfeld wie Trostberg und Obing mitentlastet werden, bemerkte der Trostberger Kreisrat Hans-Michael Weisky. Sie folgen in der Prioritätenliste daher als nächste Maßnahmen. Dr. Bärbel Kofler zeigte hier Verständnis für die Obinger Bürgerinitiativen und möchte die Anforderungen hier, ebenso wie Fraktionssprecherin Traudl Wiesholer-Niederlöhner in ein stimmiges Gesamtkonzept für die Neugestaltung der B304/B299-Achse einfließen lassen.
Bei den Staatsstraßenbaumaßnahmen gehe es vielerorts um die Verbesserung der Verkehrssicherheit, wie etwa bei der Kreuzung in Laimgrub, welche umgebaut werden solle oder der Kreisverkehr, der an der Kreuzstraße bei Schnaitsee errichtet werden soll. Am längsten ist die Liste bei den Kreisstraßen. Vor allem durch Mautflüchtlinge und Navi-gestützte Ausweichrouten haben sich mittlerweile große „Bipässe“ im Landkreis von Nord nach Süd und von West nach Ost ausgebildet, welche unter anderem in Städten wie Tittmoning aber auch in kleineren Gemeinden wie Palling regelrechte Verkehrsinfarkte provozieren. Für diese Orte seien daher LkW-Umfahrungen (Tittmoning) sowie verschiedene kleinere Ausbaumaßnahmen (Palling) geplant. Bei Fridolfing stehe zudem eine neue Brückenverbindung über die Salzach ins benachbarte Österreich an. Mit zunehmendem PkW- und LkW-Verkehr werde es für die Radfahrer gefährlicher, daher sprach sich die SPD besonders für den Ausbau des Radwegenetzes entlang der Bundes-, Staats- und Kreisstraßen aus. Für den kommenden Verkehrsentwicklungsplan seien in diesem Zuge verschiedene Lückenschlüsse geplant und von der SPD favorisiert, wie etwa das geplante Radwegestück entlang der B299 zwischen Wiesmühl und Garching, im Bereich von Marquartstein und Unterwössen oder der Lückenschluss zwischen Winkl und Übersee. Da der Rad- und Wanderweg rund um den Chiemsee die letzten Jahre zunehmend von Radfahrern frequentiert wurde, soll auch hier Abhilfe mit einem neuen eigenen Chiemsee-Radweg im Bereich Seebruck-Arlaching-Grabenstätt-Chieming und auf der anderen Seite von Seebruck bis Lambach geschaffen werden.
Unverständnis zeigte SPD-Kreisvorsitzender Dirk Reichenau über die Aufhebung der Tonnagenbeschränkung an der Grenzbrücke in Tittmoning. Gerade durch die Zunahme des LkW-Verkehrs werde die Brücke noch mehr in Mitleidenschaft gezogen. Hans Zott informierte noch, dass mittlerweile zahlreiche Kreisstraßen deutlich stärker frequentiert seien als manche Staatsstraßen und daher verschiedene Ab- und Aufstufungen notwendig seien, die sich ebenfalls im Kreisentwicklungsplan wiederfinden. Insgesamt, so der Stellvertretende Landrat Sepp Konhäuser sei mit der nun vorliegenden Vorschlagsliste eine über den gesamten Landkreis ausgeglichene Maßnahmenliste entstanden, „die wir voll und ganz mittragen können“.
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