SPD-Kommunen setzen auf regenerative Energien
Grassau und Fridolfing mit Fernwärmeversorgung – „Bundesregierung kontra erneuerbare Energien“
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Traunstein (sts). Nicht nur mit Worten, sondern auch mit Taten steht die SPD im Kreistag hinter regenerativen Energien. Sowohl die von SPD-Kreisrat Rudi Jantke geführte Gemeinde Grassau, als auch das von seinem SPD-Bürgermeisterkollegen Johann Schild geleitete Fridolfing haben kürzlich Fernwärmenahversorgungen auf der Basis von regenerativen Brennstoffen in Betrieb genommen. Zudem setzt sich Kreisrat Michael Mayer als Vertreter des Gewerbes in der Klima- und Energiekonferenz des Landkreises für erneuerbare Energien in der heimischen Wirtschaft ein.
Klimaerwärmung, erhöhter CO2-Ausstoss und die Endlichkeit bisheriger fossiler Brennstoffe wie Erdöl haben in den letzten Jahren auf allen politischen Ebenen rasches zukunftsorientiertes Handeln forciert. Die in diesem Zuge ins Leben gerufene Klima- und Energiekonferenz des Landkreises soll nun in verschiedenen Arbeitsgruppen (von Energieversorgern bis zu kommunalen Gebäuden) Konzepte und Realisierungen von Klimaschutzmaßnahmen erwirken. Als Mitglied der Arbeitsgruppe „Privat und Gewerbe“ erläuterte Michael Mayer die konkreten Ziele und Maßnahmen der Konferenz. Neben dem Senken der Energiekosten, welche durch Wärmedämmmaßnahmen erzielt werden könnten, gehe es den Mitgliedern vor allem darum, Energie (vordergründig in Form von Strom) aus regenerativen Quellen zu gewinnen. Jeder Landkreisbürger sei dabei aufgerufen, seinen persönlichen „Energie-Check“ durchzuführen. Dazu könne er vom Austausch der Heizung (etwa in Form von Holzpelletsanlagen) über das Anbringen von Wärmedämmung bis hin zur Anmeldung eines Gewerbes als Naturstromlieferant (durch Photovoltaik) vielfältig aktiv werden, so Mayer. In verschiedenen Informationsveranstaltungen und auch während der TRUNA wurde mittlerweile umfassend über das Potenzial an Einspar- und Energiegewinnungsmaßnahmen informiert. „Jetzt müsse man den Bürger motivieren, konkrete Schritte zu tun“, forderte der Ruhpoldinger Kreisrat. Dazu werden die kommenden Jahre Aktionswochen, Ausstellungen, Beratungsaktionen, Besichtigungen und massiv Öffentlichkeitsarbeit betrieben. Neben Photovoltaikanlagen seien thermische Anlagen wie Hackschnitzel- und Biogasanlagen lukrativ, schonen die Umwelt und könnten im privaten als auch gewerblichen Bereich zum Einsatz kommen.Dass auch die Kommunen hier einen wertvollen Beitrag leisten können, bewiesen die SPD geführten Gemeinden Grassau und Fridolfing. Grassaus Bürgermeister Rudi Jantke informierte, dass jüngst die Fernwärmenahversorgung in der Achentalgemeinde den Probebetrieb aufgenommen habe. „Den Bürgern war dabei wichtig, dass die Energieversorgung gesichert durch die Gemeinde erfolge“, so der Bürgermeister. Das mit Hackschnitzeln aus der Region versorgte Kraftwerk speist seine Wärme in ein 8,4 Kilometer langes Netz ein, das neben kommunalen Einrichtungen auch viele Privathaushalte versorgt. „Mit dieser Anlage werden jährlich 4000 Tonnen CO2 eingespart“, bekräftigte Rudi Jantke. Ähnlich ist die Situation in Fridolfing. Deren Bürgermeister Johann Schild erläuterte, dass mit dem ebenfalls neu geschaffenen kommunalen Energiezentrum die Salzachklinik, das Rathaus, die Volksschule einschließlich Turnhalle sowie ein ortsansässiges Industrieunternehmen und etliche Privathaushalte mit Fernwärme versorgt werden können. „Durch den Betrieb der neuen Anlage entfallen viele Einzelheizanlagen, die bisher mit Heizöl betrieben wurden“, ergänzte Johann Schild. „Vielen Bürgerinnen und Bürgen ist es sehr wichtig, auch die alternativen Energien von kommunalen Stadtwerken oder von der Kommune direkt, so wie in Fridolfing oder in Grassau, zu erhalten“, betonte Fraktionsvorsitzende Waltraud Wiesholer-Niederlöhner. Das sei auch die Chance für Kommunen und deren kommunalen Energieversorgern, sich zukunftsorientiert aufzustellen. Energieversorgung aus kommunaler Hand ist ein wichtiger Schritt in die Zukunft. Arbeitsplätze werden so bei den Kommunen und den kommunalen Energieträgern, etwa den Stadtwerken, geschaffen und erhalten. Nicht zu unterschätzen, so Michael Mayer sei auch das Potenzial, dass Wasserkraftwerke noch bergen. Nur müssten diese mit Bedacht den natürlichen Gegebenheiten angepasst und ohne das Ökogefüge zu stören, eingebettet werden, bemerkte SPD-Kreisvorsitzender Dirk Reichenau. Stellvertretender Landrat Sepp Konhäuser übte in punkto Förderung von erneuerbaren Energien Kritik an der Politik der Bundesregierung. Mit dem Absenken der Förderung von Photovoltaikanlagen und dem indirekt proklamierten Wiedereinstieg in die Atomenergie sei eine ernsthafte Abkehr von konventioneller Energie mit all ihren Risiken in Frage gestellt. Ein ganzer zukunftsorientierter Wirtschaftszweig laufe so Gefahr, an Bedeutung zu verlieren.
Dirk Reichenau sprach in der letzten Fraktionssitzung noch die Namensgebung des neuen Inzeller Eisstadions an. Der Kreisvorsitzende setzte sich für das Beibehalten des alten Namens „Ludwig-Schwabl-Stadion“ ein. Die Verdienste von Inzells Altbürgermeister Ludwig Schwabl sollten auch weiterhin mit der Namensgebung für das Inzeller Eisstadion gewürdigt werden. „Ludwig Schwabl war der Initiator, Motor und Moderator für den Eissport in Inzell. Der ausführende Bauunternehmer – Sponsoring eingeschlossen – sollte sich dieses Ansehen nicht erkaufen können“, gab er zu bedenken.
