Weg von der Straße – hin zur Schiene mit dem neuen Container-Terminal
SPD: Neuer Umschlagbahnhof nördlich von Traunstein entlastet auf Dauer Straßennetz
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Traunstein. Eine deutliche Verlagerung des Schwerlastverkehrs von der Straße auf die Schiene erwartet sich die SPD im Kreistag vom geplanten Container-Terminal zwischen Traunstein und Nussdorf. In einem Gespräch mit dem Abteilungsleiter Verwaltung und Recht der Stadtverwaltung Traunstein Stephan Hohenschutz befürwortete die Kreistagsfraktion eine baldige Realisierung des Umschlagbahnhofs.
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Schon seit einigen Jahren sei ein weiteres Container-Terminal im regionalen Raumordnungsplan der Region 18 an vier Standorten          (Rosenheim-Mühldorf-Traunstein-Feilassing) vorgesehen gewesen ohne konkrete Festlegung auf einen Standort, erklärte Hohenschutz. Vor drei Jahren wurde dann die Anforderung in den Regionalplan für den Raum aufgenommen. Die Idee, einen Bereich in Traunstein-Nord / Nußdorf ins Auge zu fassen, sei vom Landrat gekommen. Im Rahmen einer Logistik-Tagung wurde dann der Kontakt zur Gesellschaft Deutscher Umschlag Schiene und Straße (kurz DUSS) hergestellt. Nach einer internen Standortprüfung durch die Gesellschaft im Sommer 2004 fassten Planungsausschuss Traunstein und Gemeinderat Nußdorf positive Grundsatzbeschlüsse. Stephan Hohenschutz stellte die aktuellsten Planungen den Kreisräten und Bürgermeistern vor. Das geplante Terminal werde demnach an die bestehende Gleisanlage nördlich des nördlichen Traunsteiner Gewerbegebietes angeschlossen. Für den etwa 700 Meter langen Bau müsse ein Teil des Waldbestandes in diesem Bereich gerodet werden. Das betroffenen Grundstück gehöre zu vier Fünfteln der Stadt Traunstein und zu einem Fünftel privaten Eigentümern, so Hohenschutz. Die Investitionskosten in Höhe von 15 Millionen Euro würde ausschließlich zu Lasten der DUSS GmbH gehen. Sie werden bis zu 85 Prozent gefördert.
Voraussetzung für die Förderung ist eine detaillierte Wirtschaftlichkeitsberechnung, die im Rahmen des Förderantrages vorzulegen ist. Wie sich so eine Einrichtung auf die Verkehrsströme im Landkreis auswirken, wollten Fraktionsmitglieder wissen. Hohenschutz entgegnete, dass eine exakte Analyse noch ausstehe. Gemäß Analyse würde 350 bis 450 Umschläge am Tag bei voller Auslastung der Anlage erfolgen. Im Planungs- und Umsetzungsverfahren habe man den Fördermittelantrag bereits gestellt, das Planfeststellungsverfahren folge, entgegnete Hohenschutz. Nach den Planungen der Betreiberfirma soll bereits 2006 gebaut werden. Fraktionssprecherin Waltraud Wiesholer-Niederlöhner ergänzte, dass in einer großen Vorstellung des Projektes im Landratsamt auch sehr viele Vertreter der heimischen Industrie sehr positiv dem Vorhaben gegenüber eingestellt waren und die Anlage auch nutzen wollten. Positiv sahen auch Stellvertretender Landrat Sepp Konhäuser und Fridolfings Bürgermeister Hans Schild sowie die Kreisräte Schupfner und Mayer das Vorhaben, da damit endlich auch mehr Schwerverkehr aus der Region auf die Schiene verlagert werde. Kreisrat Martin Ober und Traunreuts Zweiter Bürgermeister Ernst Ziegler legten Wert darauf, dass auch die Infrastruktur im Landkreis passen müsse. Grassaus Bürgermeister Rudi Jantke und Raimund Schupfner meinten, man müsse zudem den Güterverkehr auf der Straße teurer machen, um so mehr Güter auf die Schiene verlagern zu können. Waltraud Wiesholer-Niederlöhner verwies noch auf den Bau der Nord-Ostumgehung Traunsteins, deren Realisierung wesentlicher Bestandteil des Konzeptes zum Container-Terminal sei.
Die Fraktionsvorsitzende informierte noch über die jüngsten Zahlen aus dem regionalen Arbeitsmarkt und konnte in diesem Zusammenhang von einer nahezu reibungslosen Umsetzung des HartzIV-Regelungen in Traunstein berichten. Ein Erfolg, der zum einen auf die frühe Zusammenarbeit zwischen Landratsamt und Arbeitsamt und zum anderen auf die sehr gute Qualifikation der Mitarbeiter zurückzuführen sei, so Gabi Ahne. Bereits jetzt konnten deutlich Personalkosten durch den Ämterzusammenschluss eingespart werden. Michael Mayer zeigte sich erfreut , dass die Umsetzung von Hartz IV auch für die betroffenen Personen im Landkreis ohne nennenswerte Probleme verlief.
Rudi Jantke bemängelte die uneinheitliche Handhabe bei der neu geregelten Grüngutverwertung und der daraus resultierende Verunsicherung bei der Bevölkerung. „Es müssen unbedingt einheitliche Aussagen und vor allem einheitliche Preisregelungen für die Grüngutannahme in den Gemeinden definiert werden, sonst erhalten wir hier eine weitere Form von Mülltourismus“, kritisierte Jantke.
Elisabeth Holzner und Gabi Ahne informierten über das Projekt zur interkultureller Begegnung (PiB), das kürzlich im Jugendhilfeausschuss vorgestellt wurde. Bei dem Projekt stehe die Sensibilisierung von interkulturellem Verständnis gerade bei jungen Migranten im Vordergrund. Am Brennpunkt Traunreut wurde dazu kürzlich eine Aktionswoche gestartet, von der ausgehend in Form von „Projektbausteinen“ an verschiedenen Orten im Landkreis unterschiedliche Veranstaltungen stattfinden. Im Kern ging es dabei darum, Verständnis für junge Zuwanderer und Aussiedler zu gewinnen, vor allem für deren kulturellen Hintergründe, um so gleichzeitig den Weg für ein besseres Zusammenleben zu ebnen. Den Kreisrätinnen gefiel besonders die bereichsübergreifende Orientierung der einjährigen Projektarbeit. Sowohl auf dem Sektor Schule, als auch bei Sport, Familie oder Hobby, Freizeit und Gemeinschaft laufen Aktivitäten, die eine ganzheitliche Einbindung dieser zunächst aus einem fremden Kulturkreis kommenden Jugendlichen in heimische Gruppen und Verbände ermögliche. sts
