Gemeinsames Auftreten soll regionalen Tourismus stärken

Gemeinsames Auftreten soll regionalen Tourismus stärken
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30.11.99

SPD-Kreistagsfraktion sieht im Fokus auf das „Wir“ im Chiemgau eine neue Stärke für die heimische Wirtschaft – Schalchener Wellnesspark und Komet als Magnet


Traunstein. In einem gemeinsamen starken Auftritt sieht die SPD-Kreistagsfraktion den zentralen Garanten für eine Stärkung der heimischen Tourismusbranche. Fremdenverkehrsanziehungspunkte wie etwa das Mozartjahr, die einstige Heimat des Papstes oder neuerdings auch der sehr wahrscheinliche Kometeneinschlag vor 2400 Jahren in der Region könnten dabei kollektiv vermarktet werden.


Fraktionsvorsitzende Waltraud Wiesholer-Niederlöhner erachtete das Thema als essentiell wichtig für den Landkreis. Immerhin werden derzeit jährlich rund 370 Millionen Euro durch den Tourismus in der erweiterten Chiemgau-Region erwirtschaftet. Dabei stehen rund 6000 Arbeitsplätze mit dem Fremdenverkehr in dieser Region in direkter Verbindung. Vor allem mit der Beherbergung und Verkostung der Urlauber machen rund 4000 Betriebe den Großteil ihres Umsatzes. Ganz zu schweigen vom Einzelhandel und sonstigen Dienstleistern, die von dieser Branche profitieren, so die Fraktionssprecherin. Um die Stärken des heimischen Fremdenverkehrs sowie zukünftige Strategien auszuloten, wurden im vergangenen Jahr Analysen sowie eine große Arbeitstagung des Chiemgauer Tourismusverbandes durchgeführt. Die SPD-Fraktion griff die darin erarbeiteten Aspekte auf und vertiefte und erweiterte sie. Wiesholer-Niederlöhner betonte, dass vor allem Großereignisse wie der Biathlon-Weltcup in Ruhpolding oder die internationalen Eisschnelllaufwettbewerbe in Inzell nicht nur den Tourismus, sondern auch das Baugewerbe sowie die Infrastruktur im Landkreis stärkten. „Der Tourismus im Landkreis verändert sich“, bemerkte auch stellvertretender Landrat Sepp Konhäuser. Der aus der Fremdenverkehrsregion Ruhpolding stammende Kommunalpolitiker empfahl gerade im Hinblick auf das Mozartjahr 2006 aber auch hinsichtlich der Wintersportaktivitäten die Zusammenarbeit mit dem benachbarten Salzburg grenzüberschreitend zu forcieren. Aus dem Ende letzten Jahres vom Landkreis erarbeiteten 10-Punkte-Programm griff Konhäuser vor allem die verstärkte Zusammenarbeit der regionalen Tourismusverbände heraus: die gemeinsame Bewerbung der Marke „Chiemgau“ mit dem Slogan „Mensch Chiemgau“, womit die Verquickung von Wellness, Gesundheit und Ernährung gemeint sei. Dabei gelte es seiner Ansicht nach, möglichst hohe Qualitätsstandards zu bieten, auf die vor allem bei der Suche über das Internet sehr großer Wert gelegt werde. Auch der Ruhpoldinger Kreisrat Michael Mayer sieht in einer engen Zusammenarbeit zwischen beispielsweise Ruhpolding, Inzell und Reit im Winkl eine Chance, die rückläufigen Übernachtungen wieder anzukurbeln. Zum besonderen Tourismusmagneten könnte der Chiemgau-Komet werden, der vor zirka 2400 Jahren mit sehr großer Wahrscheinlichkeit in der Region eingeschlagen hatte, so Konhäuser. Große Zeitungen, das Fernsehen und vor allem weltweit renommierte Wissenschaftler und Universitäten haben die Entdeckungen im Chiemgau bereits aufgegriffen, betonte er. Von dem großen Medieninteresse könnte auch der Fremdenverkehr profitieren.

 

Nach wie vor werde sich der Tourismus auf den Süden des Landkreises konzentrieren. Ansätze, wie der geplante Bioenergiepark mit integriertem Wellness- und Freizeitpark in Schalchen könnte den Norden etwas attraktiver für Urlauber machen, so Trostbergs Alt-Bürgermeister Walter Heinze und Kreisrat Martin Ober. Die nördliche Region, in der überwiegend Urlaub auf dem Bauernhof und wenige Pensionen Touristen Übernachtungsmöglichkeiten bieten, hätte zwar kulturelle Highlights wie die Baumburger Stiftskirche oder die Steiner Höhlenburg zu bieten, so Traunreuts Bürgermeisterstellvertreter Ernst Ziegler, sie würde in dieser Branche aber wohl nicht den großen Durchbruch erleben. Wichtig wäre hier, so Sepp Konhäuser, den Gästen der heimischen Industrie anspruchsvolle Übernachtungsmöglichkeiten zu bieten. Auch Martin Ober sprach sich dafür aus, den Tourismus neu zu strukturieren, da wie Fridolfings Bürgermeister Hans Schild feststellte, die Generation der Pensionsvermieter langsam aussterbe oder ihre Dienstleistung aufgegeben habe.   sts


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