Bei Bildungsinvestitionen langfristige Finanzierbarkeit berücksichtigen
SPD-Kreistagsfraktion analysiert anstehende Neu- und Umbauten an den kreiseigenen Gymnasien
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Traunstein. Mit der Einführung des G8 hat auch der Landkreis Traunstein eine Reihe „neuer Hausaufgaben“ erhalten, die sich nun konkret in den Neu-, Um- und Erweiterungsbauten der kreiseigenen Gymnasien widerspiegeln. Die SPD-Fraktion im Kreistag hat deshalb den geplanten Neubau des Annette-Kolb-Gymnasiums in Traunstein sowie die Sanierung des Heidenhain-Gymnasiums in Traunreut und die Erweiterung des Hertzhaimer-Gymnasiums in Trostberg sowie des Traunsteiner Chiemgau-Gymnasiums näher unter die Lupe genommen.
Eine Reihe neuer teils kostenintensiver Aufgaben und Herausforderungen bringt das neue G8 mit sich. Allen voran, so die Kreisräte der SPD im Traunsteiner Kreistag, ist noch vollkommen ungeklärt, wie der Initiator des G8, der Freistaat Bayern, gedenke, auf die Situation im Jahr 2011 zu reagieren, wenn die Absolventen des ersten G8-Jahrganges zusammen mit den Absolventen des letzen G9-Jahrganges zusammen auf den Arbeitsmarkt drängen. Ausbildungskapazitäten müssten für diesen Fall genauso angepasst werden, wie Studienzulassungsbeschränkungen, so die SPD-Kreisräte unisono. Darüber hinaus kommen auf den Landkreis mit Einführung des G8 Kosten durch die Erweiterung beziehungsweise den Umbau bestehender Gymnasien zu. Schließlich muss die durch den komprimierten Bildungsweg unabdingbare Mittagsbetreuung räumlich untergebracht werden. Die Maßnahmen im einzelnen begutachteten kürzlich die SPD-Kreisräte zusammen mit Hermann Gschirr vom Bauamt des Landratsamtes.
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Mit einem Investitionsvolumen von knapp 15 Millionen Euro ist der Neubau des Annette-Kolb-Gymnasiums an der Güterhallenstraße in Traunstein das herausragendste Projekt. Nachdem die grundsätzliche Gestaltung des neuen Gymnasiums weitestgehend geklärt war, beschäftigte sich die SPD-Kreistagsfraktion schwerpunktmäßig mit der Situation um den Keller und der Energieversorgung durch die Erdkollektoren. Mit beidem zeigte sich die SPD in der jetzt geplanten Version einverstanden. Fridolfings Bürgermeister Johann Schild signalisierte nun auch seine Zustimmung, nachdem das Raumnutzungskonzept stehe. Gschirr erläuterte, dass die Erdkollektoren eine deutliche Kostenersparnis bei der Heizungsunterstützung bringen werde. Im Winter solle zusätzlich die Erde durch Wärmewandkollektoren entsprechend erwärmt werden, um eine Frostbildung durch die Erdwärmekollektoren zu verhindern. Stellvertretender Landrat Sepp Konhäuser zeigte Bedenken hinsichtlich des Amortisierungszeitraums der Kollektoranlage, da diese voraussichtlich länger als die heute üblichen zehn Jahre sein werde. Einzig Grassaus Altbürgermeister Raimund Schupfner empfand die aktuell geplante Lösung als wesentlich zu teuer und könnte sich angesichts angespannter Finanzsituationen im Kreis verschiedenste Einsparpotentiale, etwa durch rechtwinklige Räume und weniger aufwändige Architektur vorstellen. Noch offen sei die Verkehrssituation rund um die Schule. Ideal wäre, so Fraktionsvorsitzende Wiesholer-Niederlöhner, wenn der Fußgängertunnel vom Bahnhof her verlängert werden könnte bis zur Schule. Damit könnte die Problematik um die oberirdische Querung gelöst werden.
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Bereits im Umbau befindet sich das Chiemgau-Gymnasium in Traunstein. Das Heizhaus sei abgerissen und eine Übergangsheizversorgung in Betrieb genommen. Geplant sei hier eine Hackschnitzelheizung mit Fernwärmeversorgungsmöglichkeiten. Integriert werden solle auch eine größere Aula, Mittagsbetreuung und Küche. Für das Hertzhaimer-Gymnasium in Trostberg stehe ebenfalls die Einrichtung einer Mittagsbetreuung an. Sie solle im jetzigen Grünhof entstehen. Auch hier werden sich dank IZBB-Mitteln (eigentlich für die Mittagsbetreuung an Ganztagesschulen geplante Fördergelder) die Kosten für den Landkreis auf 356.000 Euro reduzieren. Generalsaniert werde das Traunreuter Heidenhain-Gymnasium. Das über 35 Jahre alte Gebäude bedürfe einer durchgängigen Sanierung. Vor allem bei den älteren Gebäuden müsste noch deutlich in Brandschutzmaßnahmen investiert werden. Kreisrat Michael Mayer betonte abschließend die sehr gute und vor allem von Weitblick und Praxisnähe geprägte Zusammenarbeit mit Hermann Gschirr in allen Bauangelegenheiten des Landkreises.
Generell unterstütze die SPD das vom Kreistag verabschiedete Programm zur Bildung und Infrastruktur. Jedoch lege die Fraktion größten Wert darauf, dass jede Einzelmaßnahme auf seine Finanzierbarkeit hin untersucht werde, so die Fraktionsvorsitzende Waltraud Wiesholer-Niederlöhner. sts
