Neue Wege im Tourismus beschreiten
SPD-Kreistagsfraktion erwägt auf den Bedarf abgestimmte Neuorientierung im Tourismus
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Laufen. „Auch der Tourismus im Landkreis unterliege einem Wandel, auf den man adäquat reagieren müsse“, bekräftige der stellvertretende Landrat Sepp Konhäuser auf der Klausurtagung der SPD-Kreistagsfraktion nach einer aufschlussreichen Podiumsdiskussion mit Franz Pölzleitner, dem Regionalbetreuer der Salzburger Land Tourismus GmbH sowie der SPD-Bundestagsabgeordneten Dr. Bärbel Kofler. Ein Maßnahmenkonzept entwarf die SPD hierzu auf ihrer Tagung im Kloster Laufen.
Die Ausführungen des österreichischen Nachbarn machten vor allem eines klar: das Nachbarland habe in Sachen Tourismus seine Hausaufgaben mehr als gut gemacht und verfüge mittlerweile über eine touristische Infrastruktur, die europaweit wohl einzigartig sei. Vieles daraus sei wohl auf die Erfordernisse des Wintertourismus zugeschnitten und trage dieser Entwicklung Rechnung, so Konhäuser. Dennoch könne sich auch der Landkreis Traunstein an den „Techniken“, Entwicklungen und Strukturen, die die Österreicher hier geschaffen hatten, orientieren. Konhäuser dachte dabei nicht nur an die Verquickung von Industrie und Tourismus, wenn es um die neuesten Trends im alpinen Sport gehe, sondern sah auch die intelligente Nutzung von Synergien. So könnten man auch in unserer Region von der Zusammenlegung von unter kommunaler Zuständigkeit liegender Skilifte unter einer gemeinsam geführten GmbH, wie es im angrenzenden Salzburger Raum praktiziert werde, profitieren. „Kommunale Kirchturmpolitik“ habe auf Dauer keinen Bestand mehr, meinte auch Grassaus Alt-Bürgermeister Raimund Schupfner. Vernetzter Tourismus mit regional orientierten Konzepten habe Zukunft. „Die Entfernungen zwischen Urlauberattraktionen sind bei uns nicht groß“, fügte Traunsteins Oberbürgermeister Fritz Stahl hinzu. Jede Gemeinde könne mit den Attraktionen (etwa Schwimmbäder oder Museen) der umliegenden Nachbargemeinden werben. Auch themenorientierter Tourismus, wie aktuell der Bereich „Wellness-Gesundheit“ könnte gezielt beworben werden, so Fraktionsvorsitzende Waltraud Wiesholer-Niederlöhner. Trostbergs Alt-Bürgermeister Walter Heinze und Kreisrat Martin Ober regten hier an, die Potenziale eines naturnahen Tourismus in der Region zu nutzen. Die Kommune solle sich jedoch mehr aus den Tourismusaktivitäten zurückziehen und die Initiative und Entwicklung im Tourismus eigenen Verbänden überlassen, ergänzte Fridolfings Bürgermeister Johann Schild. „Diejenigen, die das Geschäft machen, sollen es auch bestimmen“, so Schild.
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„Mir geht es nicht darum, Tourismus um jeden Preis voranzutreiben, wir müssen aber den steten Rückgang der Gästezahlen stoppen“, ergänzte Sepp Konhäuser. Dazu zähle für ihn als auch für die Fraktion, klar, die Qualität des Tourismus zu verbessern. Schließlich zählen über 6000 Arbeitsplätze in der Region zur Tourismussparte. Die Fraktionssprecherin regte hier an, die weit über die Landkreisgrenzen hin bekannten Veranstaltungen, wie den Musiksommer zwischen Inn und Salzach aber auch die großen Sportveranstaltungen wie den Biathlon und den Eisschnelllauf als auch die „Heimat von Papst Benedikt XVI.“ durch individuelle Werbung für Besucher von nah und fern noch attraktiver zu machen. sts
