Fremdenverkehr spürt Konkurrenz zu Österreich
SPD-Kreistagsfraktion fordert bessere Qualifizierung und Bezahlung im Gastronomiesektor – Zusammenarbeit zwischen Landratsamt und Ehrenamt verbessern
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Traunstein(sts). Die Konkurrenz schläft de facto nie. Das gilt auch für den Tourismussektor, wie kürzlich die SPD-Kreistagsfraktion erörterte. Hier ist es speziell die österreichische Gastronomie, die der heimischen das Leben schwer macht. Viele Arbeitskräfte werden hier abgeworben, großteils aufgrund der besseren Bezahlung im Nachbarland. Die SPD sieht darin ein weiteres Argument, in Deutschland einen Mindestlohn einzuführen. Gleichzeitig sollen Fachkräfte besser qualifiziert werden.
Salzburg hat als Einkaufmagnet bereits vielen heimischen Betrieben schon seit längerem Konkurrenz gemacht, nun bekomme dies der Tourismus auch mehr und mehr zu spüren. Stellvertretender Landrat Sepp Konhäuser, der als Ruhpoldinger Gemeinderat mit der örtlichen Gastronomie in Kontakt steht, kennt die Probleme der Hotels und Gaststätten. „Es wird immer schwerer ausreichend qualifiziertes Personal zu finden. In Österreich wird schlichtweg mehr bezahlt“, so Konhäuser, der damit auch gleich das Thema Mindestlohn ansprach. Hier könnten dadurch Fachkräfte in der Region gebunden werden. Zudem wäre eine gesicherte Mindestbezahlung auch nötig, um Arbeitnehmer, die trotz geregelter Arbeitsstelle aufgrund ihres geringen Verdienstes immer noch Arbeitslosengeld beziehen, aus dem Leistungsbezug zu bringen, so Kreisrat Raimund Schupfner. Die Ruhpoldinger Kreisräte Elisabeth Holzner und Michael Mayer sehen eine Antwort auf die Situation auch in der besseren Qualifikation der Gastronomiefachkräfte, eventuell über das Etablieren einer Fachakademie im Landkreis.
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Die SPD-Fraktionsvorsitzende Waltraud Wiesholer-Niederlöhner freute sich über den Beschluss des Kreistages auch mit Einbeziehung des SPD-Antrages, eine Koordinierungsstelle einzurichten für "Ehrenamtliches Engagement“. Der SPD-Kreistagsfraktion, so die Vorsitzende weiter, ist besonders die Vernetzung zwischen den Dienststellen im Landratsamt und den vielen ehrenamtlichen Angeboten (etwa dem des Kinderschutzbundes und des Mütterzentrums) wichtig. Diese Institutionen leisten mittlerweile essentielle Sozialarbeit und entlasten so sogar Dienststellen im Landratsamt. Vor allem das Bröckeln der gewachsenen sozialen Strukturen verursacht immer größere Probleme, die in einem späten Stadium erkannt, nur sehr kostenintensiv ‚behandelt’ werden können. Wichtig ist dabei, Städte und Gemeinden im Landkreis einzubeziehen, so der 3. Bürgermeister der Gemeinde Altenmarkt Martin Ober. Darüber hinaus kann es durchaus für Familien, deren soziales Umfeld in Takt ist, interessant sein, die Fördermöglichkeiten und Kontaktstellen auch außerhalb des Angebotes vom Landratsamt kennen zu lernen.
