„Landkreis soll eine Familien-, Kinder- und Jugendkonferenz einberufen“

„Landkreis soll eine Familien-, Kinder- und Jugendkonferenz einberufen“
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30.11.99

SPD-Kreistagsfraktion fordert Maßnahmen gegen wachsende Kinderarmut und soziale Ungerechtigkeit.

 

Traunstein (sts). Eine Familien-, Kinder- und Jugendkonferenz einzuberufen, forderte die SPD-Kreistagsfraktion in einem Antrag  an den Kreistag. Mit einer Auftaktveranstaltung solle vor allem auf die wachsende Kinderarmut und soziale Ungerechtigkeiten, unter denen vor allem Kinder zu leiden hätten, aufmerksam gemacht werden. In der Konferenz sollten später Gruppierungen, Verbände, Vereine, Träger von Kinderkrippen, Kinderhorten, Kindergürten, Schulen, aber auch Beratungs­dienste und Kirchengemeinden über konkrete Lösungen beraten.


„Die Kinder- und Familienfreundlichkeit ist eines der zentralen Gradmesser der Menschen- und Lebensfreundlichkeit einer Gesellschaft“, sagte die Fraktionsvorsitzende Traudl Wiesholer-Niederlöhner zu Beginn der Veran­staltung. „Es vergeht kaum eine Woche, in der wir nicht aus den Medien erfahren, wie wichtig Kinder für unser zukünftiges Zusammenleben und für das Funktionieren unserer Gesellschaft , für die Sozialsysteme und das Wirtschaftssystem insgesamt sind.“ Kreisrätin Elisabeth Holzner erklärte, es gebe nicht die eine oder alleinige Ursache und Lösungen. „Wir müssen Lösungen anbieten im Bereich der Kinderbetreuung, im Bereich der Erwerbsarbeit, wenn es um familienfreundliche Rahmenbedingungen in der Berufswelt geht“, so die Ruhpoldinger Kreisrätin. Ebenso sollten in der Familien- und Sozialpolitik, wenn es um ausreichende finanzielle Absicherung für Familien geht oder auf dem Wohnungsmarkt mit Baugrundstücken im Einheimischen Modell, aber auch mit be­zahlbaren Wohnraum die Weichen rechtzeitig gestellt werden. Stellvertretender Landrat Sepp Konhäuser und Fraktionsvorsitzende Wiesholer-Niederlöhner haben auf die zunehmenden Folgen von Kinderarmut im Landkreis Traunstein hingewiesen. Kinder und Jugendliche würden oft vom öffentlichen Leben ausgegrenzt. Dies verringere nachhaltig die Chancen, aus dem eigenen Leben etwas zu machen. Kreisrätin Gabriele Ahne wies darauf hin, dass dies für die Betroffenen kein haltbarer Zustand sei. „Eltern, die ihre Kinder aus Kinderhorten abmelden, weil sie das Essensgeld nicht bezahlen können, kann und darf es nicht geben“, so Bürgermeister Rudi Janke aus Grassau. „Wir alle wissen, wie wichtig gelingende Sozialbeziehungen und soziale Resonanz für die seelische Gesundheit eines Menschen allgemein und die von Kindern im Besondern sind“, so Jantke weiter. „Unserer gesellschaftliches Zusammenleben“, sagte Altbürgermeister Raimund Schupfner, „bedürfe dringend einer Korrektur“. Wichtig für Kinder seien zwischenmenschliche Zuwendung und Wertschätzung, vor allem für Kinder, die aus einem oft schwierigen Umfeld kommen. Die SPD-Kreistagsfraktion hat deshalb den Antrag gestellt, der Landkreis soll eine Familien-, Kinder- und Jugendkonferenz einberufen, nach dem Vorbild der Pflegekonferenz. Zu dieser Fachtagung sollen alle Gruppierungen, Verbände, Vereine, Träger von Kinderkrippen, Kinderhorten, Kindergürten, Schulen, aber auch Beratungs­dienste und Kirchengemeinden eingeladen werden. Nach dieser Auftakt­veranstaltung soll weiter in Arbeitsgruppen beraten und gearbeitet werden.


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