Autarke Energieversorgung mit Biomassehof Achental auf dem Weg gebracht
SPD-Kreistagsfraktion spricht sich für Anschluss der Realschule in Marquartstein aus
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Traunstein/Grassau(sts). Ein gutes Stück auf dem Weg zur autarken Energieversorgung in der Region wurde kürzlich mit der Eröffnung des Biomassehofs Achental in Grassaus zurückgelegt. In einer sogenannten „Public-Private-Partnership“, also einer Partnerschaft von kommunalen und privaten Trägern wurde hier ein Brennstofflieferant für die Region geschaffen, der seine Rohstoffe direkt aus dem Umland bezieht. Die SPD-Fraktion nutzte die Gelegenheit, um vor Ort bei ihrem Mitglied Bürgermeister Rudi Jantke mögliche „Anschlussmodelle“ zu eruieren. Eines davon möchte die SPD weiterverfolgen: die Energieversorgung der Realschule in Marquartstein.
„Das Besucherinteresse zur Eröffnung des Biomassehofes war überwältigend“, bekannte nicht nur der Geschäftsführer Wolfgang Wimmer. Auch Bürgermeister Rudi Jantke sah in der Einrichtung einen „wichtigen Schritt in die richtige Richtung“, der von allen beteiligten Gemeinden des Initiators, dem Ökomodell Achental, als solcher Beachtung fand. Das Vorhaben auf einer Partnerschaft aus kommunalen und privaten Institutionen zu schultern sowie mit EU-Fördergeldern mitzufinanzieren, erwies sich als voller Erfolg und setze ein Zeichen für die Region. „In Zeiten globaler Klimaprobleme könne nun auch unsere Gegend einen bedeutenden Beitrag zur Reduzierung von CO2-Emmissionen leisten“, so Jantke. Auf dem Weg durch die Anlage erläuterte Geschäftsführer Wolfgang Wimmer die Herkunft und Weiterverarbeitung des Rohstoffes Holz in erster Linie zu Hackschnitzel, aber auch zu Scheitholz, Holzbriketts und zu Pellets. Regionale Vermarktung werden groß geschrieben und so werde das Holz in erster Linie von umliegenden Sägewerken und privaten Waldbauern bezogen. Die Pellets stammen aus umliegenden Produktionsstätten und werden direkt am Hof abgefüllt. „Steigende Nachfrage habe in letzter Zeit zu regelrechten Engpässen in der Lieferung von Pellets geführt“, bemerkte Wimmer und informierte über die Lagerlogistik, die solche Situationen am Biomassehof vermeiden helfe. In der 40 mal 50 Meter großen Halle werden in 700 Schüttraummetern fassenden Boxen die Hackschnitzel über ein Heißluftverfahren getrocknet. Der Biomassehof diene aber nicht nur als Energieträgerlieferant, sondern erzeuge selbst Energie. Auf dem Dach ist eine Photovoltaikanlage mit 60 Kilowatt Leistung installiert, die zwanzig Haushalte mit Strom versorgen könnte. Des weiteren plane die Gemeinde eine Nahwärmeversorgung für die umliegenden Wohnungen, industriellen Großabnehmer und Gemeinden. „Wir sind zentral gelegen, da biete sich die Versorgung gerade zu an“, meinte Bürgermeister Jantke. Gespräche hierzu würden bereits geführt. Auch Traunsteiner Betriebe würden bereits mit Brenngut versorgt. Fraktionssprecherin Waltraud Wiesholer-Niederlöhner sicherte zu, dass sich die SPD-Fraktion im Kreistag für einen Anschluss der kreiseigenen Realschule in Marquartstein einsetzen werde. Mit dem Modell habe der Fraktionskollege ein deutliches Zeichen gesetzt, um das Fernziel des Kreises, eine autarke Energieversorgung bis zum Jahr 2020 auch tatsächlich erreichen zu können, attestierten die SPD-Kreisräte Martin Ober, Ernst Ziegler, Hans Schild, Gabi Ahne, Elisabeth Holzner und Michael Mayer.
