Familienpolitik, Fachschule für Gesundheitsberufe und Tourismus sind Schwerpunkte der SPD-Kreistagsfraktion

Familienpolitik, Fachschule für Gesundheitsberufe und Tourismus sind Schwerpunkte der SPD-Kreistagsfraktion
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30.11.99

Familienkonferenz und Neuorganisation des Tourismusverbandes favorisiert


Traunstein (sts). Die SPD-Kreistagsfraktion hat in einer öffentlichen Veranstaltung Vorstellungen und Ziele ihrer bisherigen Arbeit und Schwerpunkte für die Zukunft vorgestellt. Neben der Einberufung einer Familienkonferenz, der Neuorganisation des Tourismusverbandes war die Etablierung einer Fachschule für Gesundheitsberufe im Landkreis konkrete Vorhaben, die sie an diesem Abend vorstellte.


„Sehr erfreulich“ bezeichnete Fraktionsvorsitzende Traudl Wiesholer-Niederlöhner und der stellvertretende Landrat Sepp Konhäuser die Bemühungen seitens der Krankenhaus GmbH seine ausgezeichnet geführte Krankenpflegeschule weiter auszubauen. Wünschenswert wäre eine Fachschule für Gesundheitsberufe, so die einhellige Meinung innerhalb der Fraktion. Traunsteins Oberbürgermeister Fritz Stahl könne sich durchaus vorstellen, dass das bisherige Schulgebäude des Annette-Kolb-Gymnasiums oder das freigewordene Bahnhofsgelände in Traunstein hierfür geeignet wäre. Im Landkreis Mühldorf gebe es bereits eine Fachschule für Erzieherinnen und Erzieher, die vom Diakonischen Werk in Traunstein (gerade noch vor der Schließung) durch Übernahme gerettet wurde. Hier übernehme der Landkreis für die Studierenden, die aus dem Landkreis Traunstein kommen, das Schulgeld. Gehe es nach der SPD-Fraktion müsse für die Fachschule für Gesundheitsberufe die Krankenhaus GmbH Traunstein-Trostberg der Betreiber sein. Interessenten würde es sicherlich einige geben, so die Fraktionsmitglieder. Fritz Stahl wies in diesem Zusammenhang nochmals auf das Landesentwicklungsprogramm hin, in dem den möglichen Oberzentren die Stärkung des ländlichen Raumes als Aufgabe zugewiesen sei. Traunstein, so der Oberbürgermeister sei als Zentrum des Chiemgaus aufgrund seiner zentralen Lage und der bereits vorhandenen Einrichtungen auch als Standort sowohl für als Fachschulen oder sogar Fachoberschulen sicher geeignet. Die Bemühungen sollten fortgesetzt werden. Selbstverständlich seien auch private Hoch- und Fachhochschulen im Zentrum des Chiemgaus gut aufgehoben. Kreisrat Martin Ober sah den Standort Traunstein nicht nur von seiner zentralen Lage als sehr geeignet an, sondern erwarte sich durch den Bau des neuen Schwesternwohnheims Unterbringungsmöglichkeiten für die Schüler. Künftige Arbeits- und Ausbildungsplätze sowie die Kooperation mit den Altenheimen und ambulanten Diensten würden sich mit dem Etablieren dieser Institution anbieten, so seine Fraktionskolleginnen Gabriele Ahne und Elisabeth Holzner.

 

Bezugnehmend auf die Tourismusentwicklung im Landkreis Traunstein sprach sich Sepp Konhäuser klar für die Fortführung der geplanten Neuorganisation mit Unterstützung des renommierten Kärntner Tourismusberatungsbüros Kohl und Partner aus. „Das ist genau die Vorstellung der SPD-Kreistagsfraktion“, so Konhäuser. Der Chiemgauer Tourismus müsse in einer GmbH bestehend aus Kommunen, Städten, dem Landkreis und der Wirtschaft mit einer Untergliederung in die Bereiche Alpen, Seen, Urlaub auf dem Land, Ausflüge und Shopping organisiert werden. „Entscheidend wird aber sein, dass Geld in dieses System fließt“, bekräftigte der stellvertretende Landrat. Dabei sei man unter anderem auf das neue bayerische Tourismusgesetz angewiesen. Das neu zu schaffende Gremium sollte mit Fachleuten und weniger „nach Parteibuch“ besetzt werden, so Konhäuser.

 

Familienpolitik steht bei der SPD-Kreistagsfraktion in der politischen Arbeit ganz oben.. Die Zusammenarbeit von Gruppierungen, Verbänden, Vereinen, Trägern von Kinderkrippen, Kinderhorten, Kindergärten, Schulen, aber auch Beratungs­diensten und Kirchengemeinden, die in Arbeitsgruppen  nach konkreten Lösungen  in Zusammenarbeit  mit dem Jugendamt  suchen, ist richtungsweisend. Nur gemeinsam mit allen Verantwortlichen kann für die Betroffenen  Positives  erreicht  werden. „Die Kinder- und Familienfreundlichkeit ist eines der zentralen Gradmesser der Menschen- und Lebensfreundlichkeit einer Gesellschaft“, sagte die Fraktionsvorsitzende Traudl Wiesholer-Niederlöhner. „Es vergeht kaum eine Woche, in der wir nicht aus den Medien erfahren, wie wichtig Kinder für unser zukünftiges Zusammenleben und für das Funktionieren unserer Gesellschaft, für die Sozialsysteme und das Wirtschaftssystem insgesamt sind.“ Kreisrätin Elisabeth Holzner erklärte, es gebe nicht die eine oder alleinige Ursache und Lösungen. „Wir müssen Lösungen anbieten im Bereich der Kinderbetreuung, im Bereich der Erwerbsarbeit, wenn es um familienfreundliche Rahmenbedingungen in der Berufswelt geht“, so die Ruhpoldinger Kreisrätin. Kinder und Jugendliche würden oft vom öffentlichen Leben ausgegrenzt. Dies verringere nachhaltig die Chancen, aus dem eigenen Leben etwas zu machen. Kreisrätin Gabriele Ahne wies darauf hin, dass dies für die Betroffenen kein haltbarer Zustand sei und somit auch zentrales Thema der Familienkonferenz sei.


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