„Neues Energiekonzept endlich in Angriff nehmen“

„Neues Energiekonzept endlich in Angriff nehmen“
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30.11.99

SPD-Kreistagsfraktion will mit öffentlichen Gebäuden starten – Autarke Kommunen das Ziel bis 2020

 

Traunstein (sts). Es werde auch im Landtagswahlkampf viel geredet vom erneuerbaren Energien und Konzepten, doch geschehen sei bisher wenig, so die SPD-Kreistagsfraktion. Sie forderte daher, zumindest auf Kreisebene mit dem Start eines neuen Energiekonzeptes endlich „Zeichen zu setzen“. Beginnen könnte man beispielsweise mit Energiesparmaßnahmen an öffentlichen Gebäuden.


Seit Monaten ist es beschlossene Sache im Kreistag: der Landkreis soll ein neues Energiekonzept aufstellen, dass bis 2020 zahlreiche Maßnahmen für eine weitgehend autarke Energieversorgung des Kreises sicherstellen soll. „Geschehen ist bisher reichlich wenig“, so Kreisvorsitzender Dirk Reichenau. Die Stelle des Gebäudemanagers wurde geschaffen und nun auch besetzt, aber ein langfristiges Energiekonzept sei noch nicht in Sicht. „Wir müssen endlich in die Gänge kommen“, betonte daher auch Fraktionsvorsitzende Waltraud Wiesholer-Niederlöhner. Die Kommunen seien da oft weiter. In Traunreut beginne man demnächst mit Tiefenbohrungen für eine mögliche Geothermieversorgung, berichtete Traunreuts Zweiter Bürgermeister Ernst Ziegler. An der Salzach würden Wasserkraftwerke geplant, erklärte Fridolfings Bürgermeister Hans Schild. Dies behutsam in die sensible Flusslandschaft zu integrieren, war ein Anliegen Dirk Reichenaus. Auf alle Fälle sollten regenerative regionale Energiequellen gesucht werden. „Atomenergie lehnen wir nach wie vor kategorisch ab“, so Stellvertretender Landrat Sepp Konhäuser. Grassau habe mit dem Biomassehof Vorbildcharakter in Sachen kommunale regenerative Energieversorgung. Bürgermeister Rudi Jantke verwies auf die aktuell geplante Erweiterung der Fernwärmeversorgung von Grassau. Private Abnehmer seien bereit, sich hier an das kommunale Großprojekt anzuschließen. Zudem investiere „man mit dem Rohstoff Holz direkt in die Region“, so Jantke. Auch Hans Schild ist dem Projekt Fernwärmeheizung in seiner Kommune bereits sehr weit vorangeschritten. Für die Fraktionssprecherin zeige dieses breite Engagement in den Gemeinden und Städten, dass auch ein Landkreisenergiekonzept nicht ohne die Unterstützung der Kommunen umgesetzt werden könne. Wind, Wasser und Sonne könnten im „natürlichen Mix“ ideal genutzt werden. Konkrete Maßnahmen hierfür gebe es genug, sie müssten nur in einem Konzept sinnvoll in- und aneinandergefügt werden. Für Ernst Ziegler ergaben sich daraus zwei „Stoßrichtungen“: neben der Suche nach alternativen Energiequellen, stehe bei im aber zunächst Energiesparen als der „einfachere Weg“ im Vordergrund. Idealerweise könnte man mit der energetischen Sanierung der landkreiseigenen Gebäude beginnen, so Kreisrat Hans-Michael Weisky aus Trostberg. Auf alle Fälle müssten jetzt schon für den Haushalt 2009 Gelder bereit gestellt werden, um das Konzept voranzutreiben, so die Fraktionsvorsitzende.


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