SPD: München unterstützen und Ruhpolding rüsten
Kreistagsfraktion will Olympiabewerbung abwarten
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Traunstein (sts). „Die Wogen glätten und besonnen reagieren“ empfahlen die beiden Ruhpoldinger Vertreter in der SPD-Kreistagsfraktion Bürgermeister Claus Pichler und Stellvertretender Landrat Sepp Konhäuser im Hinblick auf die Münchner Bewerbung um die Olympischen Winterspiele 2018 in Zusammenhang mit der geplanten Umgestaltung der Ruhpoldinger Chiemgau Arena. In den vergangenen Wochen verursachten Planungen für in direkter Konkurrenz zu Ruhpolding stehenden Sportanlagen in Garmisch für Unruhe in verschiedenen politischen Lagern.
Stellvertretender Landrat Sepp Konhäuser und Ruhpoldings Bürgermeister Claus Pichler betonten unisono, dass man sich grundsätzlich "freue, wenn München den Zuschlag für 2018 erhalten würde". Beide warnten gleichzeitig davor, die Zukunft der Ruhpoldinger Sportanlagen noch vor einem positiven Bescheid für München zu thematisieren.  Jetzt gelte es die Entscheidung für München zu unterstützen und abzuwarten. Wenn diese durch sei, dann werde man Ruhpolding nochmals entsprechend für die Auswahl der olympischen Wettkampfstätten positionieren. Zudem wird ein auf den neusten Stand befindliches Biathlon-WM-Stadion schon aus finanziellen Gründen wieder eine Rolle spielen. Man müsse alles aus heutiger Sicht tun, um nicht die Olympiabewerbung von München zu gefährden , so der Bürgermeister und der Landratsstellvertreter.
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Konhäuser informierte über den aktuellen Sachstand zur Entwicklung der Abfallentsorgung. Aufgrund steigender Rohstoffpreise hatte sich zwischenzeitlich mit der Blauen Tonne Konkurrenz zum Abfallentsorgungssystem des Landkreises etabliert. Gerade im Hinblick auf das Vertragsende mit dem DSD in zwei Jahren könnte dies bedeutsame Auswirkungen für den Landkreis haben. SPD-Kreisvorsitzender Dirk Reichenau rechnete vor, dass durch den Wegfall des DSD-Vertrages dem Landkreis über eine Million Euro fehlen würden. Für diese Entwicklung müsse sich der Landkreis jetzt schon rüsten. Zu Hilfe käme den Kommunen ein jüngst getroffenes Bundesverwaltungsgerichts-Urteil, so Sepp Konhäuser, wonach die „grundsätzliche Zuständigkeit für Abfälle aus privaten Haushaltungen den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern“ zugesprochen wurde. Mit diesem wegweisenden Urteil sei die Position der Kommunen gegenüber privaten Müllsammlern deutlich gestärkt.
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Verstärkt setzt sich die SPD im Kreistag auch für die energetische Zukunft des Landkreises ein. Mit Kreisrat Michael Mayer engagiere sich ein kompetenter Fachmann in der Klima- und Energiekonferenz des Landkreises im Bereich Energieeinsparung durch Wärmedämmung. Als Leiter seines Arbeitsbereiches kümmere er sich besonders um Konzepte zur Isolierung von öffentlichen Bauten. Beratung, Kostenrechnung und Wirtschaftlichkeitsanalysen sollen helfen Energie und Geld für den Landkreis zu sparen. Stellung nahm die Kreistagsfraktion auch zu den Entwürfen des Kreisjugendrings für die Erweiterungen des Jugendzeltplatzes in Schützing. Fraktionssprecherin Waltraud Wiesholer-Niederlöhner sprach von „ambitionierten Vorhaben“, erwartete, wie ihre Kreistagskollegen auch, zunächst ein weitreichendes Gesamtkonzept für den Zeltplatz, ehe man verfrüht Details ausarbeite. Hütten-, Energiesanierungs- und Zeltplatzplanungen sollten im Gesamtkontext abgestimmt sein. Von immer größerer Bedeutung, so die Fraktionsvorsitzende, sei die Schuldnerberatung im Landkreis, da vor allem durch Kurzarbeit und Unternehmensinsolvenzen aufgrund der Wirtschaftskrise zahlreiche Familien in finanzielle Nöte geraten seien und sich vor allem angesichts nun aufkommender Hausfinanzierungsproblemen dringend hilfereiche Beratung und Unterstützung benötigten. Gezielte Unterstützung forderte sie auch für ältere Generationen. Dazu zählten nicht nur die seit langem gewünschte Bahnhaltestelle am Traunsteiner Kreisklinikum, sondern auch eine bessere Ausstattung im Bereich betreutes Wohnen. Hier fehle es oft an Einrichtungen wie Aufzügen, so die Fraktionssprecherin. Bei Altbauwohnungen wäre eine Nachrüstung von Aufzügen in Mehrfamilienhäusern dringend wünschenswert, damit die Senioren die durch gute ambulante Versorgungszimmer länger in ihren Wohnungen verbleiben können auch am sozialen und kulturellen Leben möglichst lange teilnehmen können. Treppen zu überwinden , so die Fraktionsvorsitzende Traudl Wiesholer-Niederlöhner, wird leider zunehmend für viele Senioren zu einer oft nicht überwindbaren Barriere. Übersees Altbürgermeister Franz Gnadl sah wachsendes Interesse an neuen Lebensformen und –gemeinschaften im Alter. Der Bedarf an Einrichtungen für betreute Wohngemeinschaften im Alter sei die letzten Jahre deutlich gestiegen. Dieses neue „Marktsegment“ werde zunehmend von privaten Dienstleistern erkannt und sollte daher auch aus Sicht des Landkreises in die Überlegungen für Neukonzeptionen der Betreuung im Alter miteinbezogen werden.
