Sportstättenplanung: Nachhaltigkeit und Energiebilanz berücksichtigen

Sportstättenplanung: Nachhaltigkeit und Energiebilanz berücksichtigen
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30.11.99

SPD-Kreistagsfraktion fordert Nachhaltigkeit, eine ausgewogene Energiebilanz und Stärkung des Tourismus für Sportanlagensanierung in Inzell und Ruhpolding

 

Traunstein (sts). In den fraktionsinternen Vorberatungen zur finanziellen Unterstützung de geplanten Sanierungen der großen Sportstätten in Inzell (Eisstadion) und Ruhpolding (Biathlonzentrum) stellte die SPD-Fraktion im Kreistag klar heraus, dass in die Entscheidungen auch Überlegungen zu Nachhaltigkeit, Energiebilanz und Tourismus eingebracht werden müssen. Im Hinblick auf die langfristige Zukunft solcher Sportstätten solle sowohl der Ressourcenverbrauch als auch die Betriebskosten für den Landkreis nicht zur untragbaren Last werden. Gleichsam forderte die Fraktion eine nachhaltige Stärkung durch die Neugestaltung auch für den Tourismus in der Region.


Grassaus Bürgermeister Rudi Jantke forderte angesichts der globalen Bedrohung des Klimas auch bei den Projekten im Landkreis die Energiebilanz stärker zu berücksichtigen. Auch wenn man Spitzensport fördern wolle, so solle dies nicht zu Lasten der Natur gehen. Verständnis zeigte er als auch Traunreuts Zweiter Bürgermeister Ernst Ziegler für die Haltung der Gemeinde Inzell, dieses renommierte Stadion wieder für den Hochleistungssport attraktiv zu machen, jedoch sollten seiner Meinung nach die Folgekosten einer solchen Einrichtung nicht außer Betracht gelassen werden. Die SPD gehe hier davon aus, so Fraktionsvorsitzende Waltraud Wiesholer-Niederlöhner, dass die Betriebskosten vom Bund getragen werden. In dieser Hinsicht stelle sich die Ruhpoldinger Sanierung des Biathlonzentrums nicht nur deutlich kostengünstiger sondern auch einfacher dar. Sowohl die energetische Belastung als auch die laufenden Kosten halten sich dort in Grenzen. Für Landratsstellvertreter Sepp Konhäuser strebe man mit dem Ausbau der Leistungs-Sportstätten im Landkreis nicht nur die Förderung des Spitzensports an, sondern erfülle auch gleich eine andere für die Landkreis wichtige Funktion. Man belebe den Tourismus. Ergo trage diese Investition indirekt auch zur Stärkung dieses enorm wichtigen Wirtschaftszweiges bei.

 

„Flagge“ zeigten die Chiemsee-Gemeinden bei der derzeit schwelenden Auseinandersetzung zwischen dem Landkreisen Rosenheim und Traunstein bezüglich der Gründung eines neuen Tourismusverbandes. Wie Rudi Jantke erläuterte, beabsichtige der Landkreis Rosenheim zum Anfang kommenden Jahres mit dem Tourismusverband Chiemsee-Alpenland (als Nachfolger des Chiemsee Tourismus e. V.) ein Pendant zum Tourismusverband Chiemgau des Landkreises Traunstein zu etablieren. Die Chiemsee-Gemeinden des Landkreis Traunstein hatten sich bereits für den Traunsteiner Verbund entschieden und sollen nun von Rosenheimer Seite in der Verband mitintegriert werden. Die Traunsteiner Chiemsee-Gemeinden sprachen sich daher gegen den Aufbau einer konkurrierenden Institution und traten dem neuen Verband nicht bei.

 

Traunreuts Bürgermeisterstellvertreter Ernst Ziegler erläuterte noch kurz das Modell einer Mittelschule, das in Traunreut etabliert werden solle. Mit diesem Modell solle die „alte“ Hauptschule aufgewertet werden und so dem massiven Exodus dieser „aussterbenden“ Schulgattung Einhalt geboten werden. Schließlich ermögliche auch die Mittelschule den Abschluss mit Mittlerer Reife zum Ende der 10. Jahrgangsstufe. Zu lösen wäre in Traunreut jedoch noch die Raumfrage, da die Werner-von-Siemens-Hauptschule allein für die zusätzliche Mittelschule zu klein wäre, müsste ein sinnvoller Schulsprengel mit den anderen Traunreuter Hauptschulen gefunden werden. Aus Sicht von Traunreut, so Fraktionsvorsitzende Waltraud Wiesholer-Niederlöhner, ist diese „Aufwertung“ der Schullandschaft sicherlich zu begrüßen, für die vom Schließen bedrohten kleinen Hauptschulstandorte werde jedoch dadurch die „Luft noch dünner“, so Franz Gnadl und Rudi Jantke.


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