Möglichst schnell wieder ins Arbeitsleben integrieren
SPD-Kreistagsfraktion im Gespräch mit Thomas Wendirch, Geschäftsführer der Traunsteiner Bundesagentur für Arbeit
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Traunstein (sts). Nicht nur in wirtschaftlich unruhigen Zeiten ist neben einer sicheren Anstellung auch eine möglichst rasche Wiedereingliederung ins Arbeitsleben im Falle einer Arbeitslosigkeit wichtig. Im Gespräch mit der SPD-Kreistagsfraktion erläuterte der Geschäftsführer der Traunsteiner Bundesagentur für Arbeit, Thomas Wendrich, mit welchen Maßnahmen dieser Wiedereingliederungsprozess unterstützt wird. Zudem lieferte er einen aktuellen Sachstandsbericht.
Nicht zuletzt aufgrund der engen Verzahnung zwischen Landkreis und Bundesagentur (der Landkreis unterstützt auch finanziell die Arbeit der Agentur) habe auch der Kreistag ein Interesse an den Maßnahmen dieser Einrichtung, so Fraktionssprecherin Waltraud Wiesholer-Niederlöhner. Wie Thomas Wendrich, der gleichzeitig Leiter der Arbeitsgemeinschaft Integration ist, erläuterte, versorge man derzeit etwa 2.700 Bedarfsgemeinschaften (die Hälfte davon sind Einzelpersonen, darunter 650 Alleinerziehende), die in irgendeiner Weise von Hartz IV betroffen seien. Im bundesweiten Vergleich sei dies eine eher niedrige Zahl, die vor allem durch die Kurzarbeitsmaßnahmen auf diesem Niveau gehalten werden konnte. Neben diesen von den Arbeitgebern zusammen mit der Agentur festgelegten Maßnahmen biete die Traunsteiner Einrichtung eine breite Palette verschiedenster Hilfestellungen für einen Wiedereinstieg in die Arbeitswelt an. Weiterbildungsmaßnahmen, Praktika oder Bewerbungsbegleitung sollen diesen Prozess unterstützen. Gut angenommen werde auch der Stützpunkt im Traunreuter Mehrgenerationenhaus. In Kochkursen lernen Klienten wie mit den zur Verfügung stehenden finanziellen Mitteln günstig und gesund Essen (keine teuren Fertiggerichte) zubereitet werden kann. Bei einem kleinen Prozentsatz erschweren „multiple Vermittlungshemmnisse“ den Wiedereingliederungsprozess, so Thomas Wendrich. Betreut werden die Fälle von 80 Mitarbeitern, wobei 25 Personen von den Kommunen gestellt werden. Jeder Mitarbeiter kümmert sich somit um etwa 130 Betroffene. Dabei müssten nicht nur die Bezüge überwacht, sondern auch Änderungen (etwa durch Erbschaft, Änderung der Lebensgemeinschaft, etc.) zeitnah berücksichtigt werden. Insgesamt habe man selbst noch im August diesen Jahres wieder 65 Leute vermitteln können. Auch die Zusammensetzung der insgesamt etwa 5.000 Erwerbslosen ändere sich ständig über das Jahr, was wiederum zeige, dass es im Landkreis nur wenig Langzeitarbeitslose gebe. Mit ein Grund hierfür seien sicherlich auch die Auflagen und der enge Finanzrahmen, der einem Bezieher von Hartz-IV-Leistungen zur Verfügung stehe. Hier sei striktes Haushalten gefordert. Gleichzeitig achten die Fallbetreuer darauf, dass die dem Klienten zustehenden Möglichkeiten ihm auch aufgezeigt werden.
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Thomas Wendrich bestätigte die von Waltraud Wiesholer-Niederlöhner genannte Entwicklung, dass immer mehr Teilzeitarbeitskräfte zu Hartz-IV-Beziehern werden, da der Verdienst oft nicht zum Überleben ausreiche. Für die Fraktionsvorsitzende zeige diese Tendenz, wie wichtig die Einführung von gesetzlichen Mindestlöhnen auch für den Arbeitsmarkt sei. Auf die Frage von Fridolfings Bürgermeister Hans Schild, wie Zeitarbeitsfirmen den Arbeitsmarkt in wirtschaftlich schwierigen Zeiten beeinflussen, entgegnete Thomas Wendrich, dass über diese in Boomzeiten schnell sehr viele Arbeitslose vermittelt werden konnten und so oft den Wiedereinstieg ins Berufsleben erst ermöglichten. Dies sei ein bedeutsamer Faktor, da dadurch die Wiedervermittlungschancen deutlich steigen.
