Eine Brücke, die Wirtschaft und Nationen verbindet

Eine Brücke, die Wirtschaft und Nationen verbindet
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30.11.99

SPD im Kreistag pro Salzachbrücke – Stärkung der Region – FFH-Gebiet sorgfältig zu prüfen

 

Traunstein (sts). Nichts polarisiert die Bevölkerung diesseits und jenseits der Grenze zu Österreich im Raum Fridolfing zur Zeit so sehr wie die geplante Brücke über die Salzach. Auch die SPD im Kreistag hat sich einem intensiven Abwägungsprozess unterzogen, Pro und Contra abgewogen, um nun zu einer klaren Aussage zu kommen. Nicht nur Fridolfings Bürgermeister Johann Schild, auch die Fraktionsmitglieder stehen hinter dem Vorhaben, das die Region wirtschaftlich als auch völkerübergreifend voran bringen soll.


Bevor es jedoch um Positionen ging, legte Johann Schild zusammen mit SPD-Kreisvorsitzenden Dirk Reichenau nochmals Daten und Fakten vor. Die neue aufgeständerte Brücke werde nahe Fridolfing an die B20 angebunden und führe über die Salzach ins benachbarte Österreich und werde dort in die Verbindungsstraße zwischen Ostermiething und Salzburg münden. Die Entscheidung, hier eine Brücke bauen zu wollen, resultierte aus den Einschränkungen der Brücken in Tittmoning und Laufen. Beide, so Schild, seien für den Schwerlastverkehr nur bedingt geeignet. In Tittmoning komme erschwerend die Lage am Berg hinzu, wie bereits eine Machbarkeitsstudie von 1996 ergab. Für das Bauwerk, das derzeit auf 25 bis 35 Millionen Euro geschätzt werde, wurde mittlerweile das Raumordnungsverfahren abgeschlossen und die Planfeststellung eingeleitet, erläuterte Dirk Reichenau. Die Kosten teilen sich Österreich und Deutschland je nach Bauvolumen auf „ihrer“ Seite auf. Mit Zuschüssen komme das Vorhaben den Landkreis auf etwa drei Millionen Euro. „Eine geringe Summe, gemessen am Nutzen für die Region“, so Hans Schild. „Wir entwickeln uns aufgrund der Grenzlage nur halbkreisförmig. Zudem könnte so die grenzübergreifende wirtschaftliche Kooperation vorangetrieben werden“, bekräftigte Fridolfings Bürgermeister. Schild wehrte sich auch gegen die Negativdarstellung des Vorhaben etwa im Bayerischen Fernsehen. Es werde keineswegs beabsichtigt, mit der Brücke den überregionalen Fernverkehr außerhalb der überlasteten Autobahnen durchzuschleusen. Grafiken, die hier gezeigt wurden, suggerierten ein falschen Bild der Realität. Die Naturschutzbelange werden bei der Planfeststellung ohnehin detailliert untersucht. Das FFH(Fauna-Flora-Habitat)-Gebiet sei laut Gutachten nicht beeinträchtigt. Mit 4.900 Kraftfahrzeugen täglich auf dem neuen Verbindungsstück würden die Brücken und damit auch die Innenstädte in Tittmoning und Laufen deutlich (um je etwa 1.000 Fahrzeuge) entlastet, so Dirk Reichenau. Einzig auf der B20 würden der Verkehr spürbar zunehmen. Die bisher wenig frequentierten Orte wie Fridolfing oder Kirchanschöring würde die neue Infrastruktur wirtschaftlich interessanter machen, betonte Johann Schild. Er als auch Dirk Reichenau zeigten Verständnis für die Bedenken der Anwohner und die Sorgen der Naturschutzverbände. Aber gerade deswegen habe man mit größtmöglicher Sensibilität eine Trasse gewählt, die Mensch und Natur am wenigsten belaste und für Infrastruktur und Wirtschaft den optimalen Nutzen bedeute. Auch Reichenau war sicher: „Die neue Brücke wird keine große Sogwirkung auf den überregionalen Verkehr haben“. Und dennoch die Region stärken, ergänzte Stellvertretender Landrat Sepp Konhäuser. Traunreuts Zweiter Bürgermeister Ernst Ziegler befürwortete mit dem Brückenbau auch gleich die Engpässe angrenzender Orte etwa auf der Achse nach Traunreut durch mögliche Ortsumgehungen zu entschärfen. Und noch eine wichtige Funktion könne die Brücke in Zukunft erfüllen, so Dirk Reichenau: „Die Menschen diesseits und jenseits der Salzach nationenübergreifend verbinden!“


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