Die Gesundheitsreform wirkt
Die Gesundheitsreform wirkt
18.06.10
| Die Gesundheitsreform wirkt - Wichtiges auf einen Blick |
| Gesundheit bleibt bezahlbar - durch Effizienz und ein neues Kostenbewusstsein |
| Beitragssatzsenkungen | Mittlerweile profitieren über 26 Millionen Versicherte von sinkenden Beitragssätzen. Ohne die Gesundheitsreform läge der durchschnittliche Beitragssatz bei rund 15 Prozent. Jetzt verläuft die Entwicklung seit vielen Jahren andersherum: Die Beiträge sinken. Gesundheit bleibt bezahlbar. Das ist Bedingung, dass die Bereitschaft zur Solidarität gewahrt bleibt. |
| Finanzielle Konsolidierung der Kassen | Die Krankenkassen haben im ersten Quartal einen Überschuss von knapp einer Milliarde Euro. Damit schreibt die gesetzliche Krankenversicherung zum ersten Mal nach zehn Jahren in einem ersten Quartal wieder schwarze Zahlen. Diese erfreuliche Entwicklung eröffnet den Krankenkassen die Möglichkeit weiterer Beitragssatzsenkungen.  |
| Arzneimittelausgaben | Die Gesetzlichen Krankenkassen haben in den ersten fünf Monaten dieses Jahres rund 1,4 Milliarden Euro bei den Arzneimittelausgaben eingespart. Jahrelang waren steigende Arzneimittelausgaben ein Grund für steigende Beitragssätze. Dieser Trend ist gebrochen.  |
| Praxisgebühr entfaltet Steuerungsfunktion  |
Nach einer Hochrechnung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) war im 1. Quartal 2004 im Vergleich zum Vorjahr ein Rückgang der Behandlungsfälle um durchschnittliche 10 Prozent zu verzeichnen. Behauptungen, sozial Schwache verzichteten auf notwendige Arztbesuche, sind ohne jeden Beleg geblieben. Zugleich zeigt eine Studie des Zentralinstituts der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, dass - wie politisch gewollt - sich die Versicherten überwiegend den Hausarzt als zentrale Anlaufstelle gesucht haben. Bis dato gingen die Deutschen im internationalen Vergleich mehr als die Menschen in anderen Ländern zum Arzt. Das liegt nicht daran, dass die Deutschen kränker sind. |
| Versandhandel | Mittlerweile gibt es - mit steigender Tendenz - bereits über 800 zugelassene Versandapotheken. Das eröffnet den Versicherten mehr Servicemöglichkeiten. |
2. Mehr Qualität
| Bonusprogramme | Über 150 Krankenkassen haben inzwischen Bonusregelungen und damit Anreize für gesundheitsbewusstes Verhalten in ihren Satzungen verankert. Die einzelnen Kassen bieten unterschiedliche Bonusmodelle an. Überwiegend werden dabei Zuzahlungsermäßigungen gewährt. Die Versicherten profitieren immer mehr vom Qualitätswettbewerb der Krankenkassen. Erstmalig wird gesundheitsbewusstes Verhalten belohnt. |
| Chronikerprogramme | Durch die Gesundheitsreform wurde es ermöglicht, dass die Krankenkassen auch chronisch Kranken einen Bonus gewähren könne, wenn diese sich in ein strukturiertes Behandlungsprogramm (Disease-Management-Programm) für bestimmte chronische Krankheiten - wie Diabetis mellitus oder Brustkrebs - eintragen. Zur Zeit gibt es 2.575 zugelassene Programme. Nach der Monatsstatistik der Krankenkassen waren im Mai 2004 insgesamt 463.996 Versicherte in zugelassene strukturierte Behandlungsprogramme eingeschrieben Zur optimalen Versorgung arbeiten in diesen Programmen Ärztinnen und Ärzte aus verschiedenen Fachrichtungen und Versorgungssektoren sowie Heilberufler koordiniert zusammen. Patientinnen und Patienten werden über therapeutischen Schritte genau informiert und von Anfang an in die Behandlungsentscheidung miteinbezogen. Diese Programme sind ein Plus für alle Patientinnen und Patienten. Sie bringen chronisch Kranken die bestmögliche medizinische Versorgung. Und damit mehr Lebensqualität und mehr Gesundheit. |
| Integrierte Versorgung  |
Nach Aussagen der Spitzenverbände wird es noch diesen Sommer erste echte innovative Modelle der integrierten Versorgung geben. Die engmaschige Kooperation von Klinikärzten und niedergelassenen Kollegen sowie weiteren Gesundheitsberufen ist ein Schritt hin zur besseren und effizienteren Versorgung von Patientinnen und Patienten. Die Gesundheitsreform hat finanzielle Anreize geschaffen, die der patientenorientierten und sektorenübergreifenden Integrierten Versorgung den Weg ebnen. Das bedeutet für die Patientinnen und Patienten ein Mehr an Qualität. |
| Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit in Gesundheitswesen  |
Am 21. Juli 2004 ist die Satzung der Stiftung für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesund-heitswesen als Trägerin des gleichnamigen Instituts genehmigt worden. Das Institut wird Anfang September 2004 die Arbeit aufnehmen. Mit Professor Dr. med. Peter Sawicki steht ein renommierter und anerkannter Fachmann als designierter Leiter bereit. Das Institut wird das Kompetenz- und Informati-onszentrum im Gesundheitswesen. Hier be-kommen die Bürgerinnen und Bürger objektive Informationen über den Stand der wissen-schaftlichen Erkenntnisse - und das in ver-ständlicher Sprache. So haben sie die Mög-lichkeit, beispielsweise bei der Entscheidung zwischen verschiedenen Therapiealternativen mitzuentscheiden. Die Kompetenz in eigener Sache wird gestärkt.  |
| Medizinischen Versorgungszentren  |
Mittlerweile gibt es auch in den alten Bundesländern eine Reihe von Medizinische Versorgungszentren. Im medizinischen Versorgungszentrum arbeiten alle an der Behandlung Beteiligten eng zusammen. So werden Medikamente besser abgestimmt, Doppeluntersuchungen werden vermieden. Der Weg zur Gesundheit wird kürzer. |
| Hausarztsystem | In Sachsen-Anhalt gibt es das erste landsweite Hausarztmodell. Weitere Kassen haben angekündigt, noch dieses Jahr nachzuziehen. Dazu zählen u.a. die DAK mit regional begrenzten Hausarztmodellen, die Barmer Ersatzkasse und die Techniker Krankenkasse. Das heißt: Der Hausarzt oder die Hausärztin wird „Lotse im System“. Er oder sie kennt die individuelle Situation seiner Patienten, berät und bewertet mit ihnen gemeinsam die Therapiemöglichkeiten. Patientinnen und Patienten, die zuerst zum Hausarzt oder Hausärztin gehen, verhalten sich vernünftig und können sparen. |
3. Mehr Mitsprache
| Vorstandsgehälter offen gelegt  |
Mit Gesundheitsreform wurde erstmals die Pflicht zur Veröffentlichung der Vorstandsgehälter von Krankenkassen und Ärzten festgeschrieben. Dem sind bis die Krankenkassen (mit Ausnahme einiger BKKen) und die Ärzte (bis dato allerdings ohne die Nebeneinkünfte) nachgekommen. Das ist ein wichtiges Stück Transparenz im Gesundheitswesen. |
| Patientenquittung | Jeder Versicherter hat die Möglichkeit, sich beim Arzt bescheinigen zu lassen, welche Leistungen dieser erbracht hat und welche vorläufigen Kosten hierdurch für die Krankenkasse entstehen. Jahrelang wurde die Patientenquittung gefordert. Jetzt ist sie da, weil sie ein wichtiges Stück Transparenz für die Patientinnen und Patienten ist. |
| Gemeinsamer Bundesausschuss | Im neu gegründeten Gemeinsamen Bundesausschuss arbeiten erstmals Patientenvertreterinnen und -vertreter mit. |
| Patientenbeauftragte | Wir haben mit Helga Kühn-Mengel erstmalig eine Beauftragte der Bundesregierung für die Belange der Patientinnen und Patienten, die deren Interessen vertritt. |



