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Roland Kiene für 50 Jahre Treue zur SPD geehrt
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Tengling/Landkreis Traunstein. "Politik hat auch seine schönen und bewegenden Seiten, gerade wenn Menschen wie Roland Kiene für ihre jahrzehntelange Treue zur Sozialdemokratie zu ehren sind", betonte SPD-Kreisvorsitzender Dirk Reichenau anläßlich seines Besuchs bei Familie Kiene, die seit 1974 in Tengling am Waginger See wohnt.
Der heute zweiundsiebzigjährige Roland Kiene, ehemalige Leiter für elektrische Anlagen des Münchner Baureferats, ist der Sohn von Josef Kiene, der den älteren Mitbürgerinnen und Mitbürgern Südostoberbayerns als Traunsteiner Landrat von 1958 bis 1970, Landtagsabgeordneter von 1946 bis 1970, als Vorsitzender des Landwirtschaftsausschusses im Bayerischen Landtag und Mitglied der verfassungsgebenden Versammlung auf Herrenchiemsee kurz nach dem Krieg in Erinnerung sein dürfte.
Der Jubilar erzählte viel von dieser Zeit, da er seinen Vater und die damaligen Weggefährten, nach 1945 noch als Student, oft als Fahrer diente. So stammten die Kienes ursprünglich aus Trostberg, wo es im Anschluß an die Pallinger Straße heute eine Sepp-Kiene-Straße gibt. Josef Kiene engagierte sich früh in der Gewerkschaftsbewegung und in der SPD. 1928 übernahm er dort die Redaktion und Geschäftsführung der sozialdemokratischen Zeitung "Volksfreund". Er mußte seine Aufrichtigkeit und Ablehnung gegenüber dem Naziregime zweimal mit KZ-Haft büßen, was ihm nach dem Krieg als von der Diktatur Unbelasteten den Vorsitz über eine Spruchkammer durch die amerikanische Militärverwaltung einbrachte, die über die vielen "Mitläufer" zu urteilen hatte.
Roland Kiene ist der Meinung, daß es den Menschen in Deutschland besser als je zuvor gehe. Demokratie und Solidarität seien für ihn "als einfaches Mitglied der SPD" nach wie vor seine Motivation zur aktiven Mitarbeit im Tittmoninger Ortsverein, den er wegen seinem freundschaftlichen Atmosphäre den turbulenten Erfahrungen im Münchner Stadtverband der 70er Jahre "entschieden bevorzugt". Noch länger als Roland Kiene besitzt seine Frau Luise das rote Parteibuch. Sie wird in den Büchern mit Eintrittsdatum 1.1.1945 geführt. Dirk Reichenau brachte aus diesem Anlaß neben der Urkunde und einer goldenen Anstecknadel für Roland Kiene einen ordentlichen Blumenstrauß für Luise mit.
(Foto: Lothar Koßmehl)

