„Wir schaffen die Energiewende“

„Wir schaffen die Energiewende“
  Drucken
18.11.11

Ludwig Wörner sprach in Grassau zur Energiepolitik

Dass die Energiewende erreicht werden kann, davon ist Ludwig Wörner, umweltpolitischer Sprecher der SPD Landtagsfraktion, überzeugt, wie er im Gasthof zur Post vermittelte. Allerdings seien die Kommunen hierbei besonders gefragt. Er setzt vor allem auf einen Mix aus Sonne-, Wind- und Wasserkraft, um der Atomkraft den Rücken zu kehren. Die Meinung des SPD-Kreisvorsitzenden Dirk Reichenau, dass die Energiewende kleinteilig und dezentral organisiert werden müsse, teilte er.

 


Das Biomasseheizwerk, so Reichenau sei ein Beispiel, wie es funktionieren könne, wenn die Kommunen anpacken. „Wenn die Energiewende funktionieren soll, braucht man die Kommunen“, betonte Reichenau. Durch Fukuschima habe die Energiewende Schwung aufgenommen, aber planlos, so Wörner und kritisierte, dass selbst 14 Tage nach diesem Reaktorunglück noch am Atomkraftwerk Isar 1 festgehalten wurde. Er bedauerte zudem, dass Stimmung, auch durch die EEG-Umlage, gegen die regenerativen Energien gemacht werde. Die Technik, so Wörner hat und wird auch weiterhin die Welt verändern. Die Frage sei nur, ob der Klimawandel in Kauf genommen werde, oder ob man Techniken in Kauf nehme, die die Landschaft verändern. Die bayrische SPD möchte die Kommunen mit Energieberatern ausstatten, die den Bedarf ermitteln und zusammen mit den Bürgern nach Lösungen suchen. Wörner betonte, dass Stromsparen und Effizienzsteigerung weiterhin verfolgt werden müsse. Grassau sei da mit dem Umstellen der Straßenlaternen auf die stromsparende Variante mit LED auf dem richtigen Weg.

 

 

 

 

 

Natürlich müsse auch die Frage, wie Energie erzeugt werden kann, gestellt werden. Er setzt auf Wasserkraft, auf Biogasanlagen und Windräder. Biogasanlagen hätten den Vorteil, dass sich das Gas leicht speichern lasse, nur eine Leitung von Nöten sei und auch herkömmliche Heizungen durch Austausch des Brenners weiterbetrieben werden können. Biogas sei auch als Treibstoff interessant, zumal Gasautos im Vergleich zu Elektroautos erschwinglich seien. An die Windräder, so Wörner, wird man sich gewöhnen müssen. Es gebe aber viele Standorte, wo diese Energielieferanten nicht stören.

„Wir bekommen die Energiewende hin, wir können die Energie erzeugen, die wir brauchen“, so Wörner wörtlich. Allerdings werden Speicher und Netze für die Energie benötigt. Kleine Blockheizkraftwerke und Biogasanlagen amortisieren sich schneller und die Technik schreite ebenfalls schnell voran. „Wir werden aber Strom aus Ost- und Nordsee brauchen und hierfür Trassen um die Energie zu transportieren“. Aber auch hierfür gebe es Lösungen. „Wenn es uns gelingt aus der Kernenergie auszusteigen, wäre dies auch für andere Länder eine Bestätigung“.

Doch der Umstieg koste Geld. Die Kosten für den Aufbau regenerativer Energieerzeugung seien auf der Stromrechnung sichtbar geworden. Diese müssten aber, wenn die Investitionskosten getilgt sind, wieder wegfallen, so Wörner. Eine Garantie hierfür würden aber nur die Kommunen geben können. Auch sprach sich der Experte für staatlich geförderte Dämmmaßnahmen bei Altbauten aus.

Den Einwand, Windräder seien laut, wollte Wörner in der anschließenden Diskussion nicht stehen lassen. Auch hier schreite die Technik voran und Windräder seien heute leiser als ein Auto. Bürgermeister Rudi Jantke wies darauf hin, das die Biomasse Holz ein wichtiger Bestandteil sei und zum Energiemix dazu gehöre. Wärmeversorgung sei ein Teil der Daseinsvorsorge und gehöre in die öffentliche Hand. Xaver Schreiner erkundigte sich nach dem Genehmigungsverfahren von Windrädern, das nach seinem Kenntnisstand vier Jahre dauert. Zudem müssen diese Räder mit LKW angefahren werden können und neben den Investitionskosten auch eine Rücklage in Höhe dieser Kosten bereitgelegt werden. Wörner entgegnete, dass Rücklagen in einer Höhe erforderlich seien, dass ein Windrad später einmal rückgebaut werden könne. Das Genehmigungserfahren sollte jetzt kürzer sein, da ein Windatlas bereits existiere und die Windmessung entfallen könne. Bezüglich der thermischen Sanierung von Gebäuden wies Hans Hornberger darauf hin, dass Dämmstoffe teurer wurden und man genau auf den Nutzen achten sollte. Weiter fragte Schreiner nach einem Rückkauf von Stromleitungsnetzen. Gemäß Wörner würde sich dies nur im Verbund mit anderen Gemeinden rechnen. Er könne sich dies im Achental gut vorstellen. tb


Materialien und Serviceangebote

SPD Kreisverband Traunstein

Link zur Startseite des SPD-Kreisverbands Traunstein

Nächster Termin:
OV Traunstein Podiumsdiskussion "Jung trifft Alt"
23.02.2012 19:30
Sailerkeller