Wahlnachlese
23.10.2008
Wahlnachlese beim SPD-Kreisverband Traunstein:
„In Zukunft muß die Landtagsopposition gehört werden!“
Lob für die heimischen Kandidaten Franz Gnadl und Peter Aumeier
Landkreis Traunstein. Durchwachsen fiel die Wahlnachlese des SPD-Kreisverbands Traunstein aus: zwar freuten sich die anwesenden Vertreter aus den Ortsvereinen, Kommunalpolitiker und Bürgermeister sowie die Bundestagsabgeordnete Dr. Bärbel Kofler im Gasthof „Neue Post“ in Siegsdorf über das verhältnismäßig gute Abschneiden von Landtagskandidat Franz Gnadl, gleichzeitig beklagte man aber das schwache Abschneiden bayernweit.
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Werteten die Ergebnisse der Landtags- - und Bezirkstagswahl als Ansporn für die zukünftige politische Arbeit der SPD: Franz Gnadl, Dr. Bärbel Kofler, Dirk Reichenau und Peter Aumeier. |
„Wir haben mit Franz Gnadl und Peter Aumeier zwei renommierte Kandidaten ins Rennen geschickt, die sachlich, kompetent und glaubwürdig für unsere Ziele geworben haben – meine Hochachtung“, so eröffnete Kreisvorsitzender Dirk Reichenau die Sitzung. So konnte Gnadl das Ergebnis im Stimmkreis Traunstein gegenüber der Landtagswahl 2003 und den landesweiten Trend um 2,2 Prozent steigern. Auch im Berchtesgadener Land sei der Überseer, wie Reichenau bilanzierte, gut angekommen. Dagegen wurde das Zweitstimmenergebnis für Gnadl im Landkreis Altötting allgemein als enttäuschend gewertet. Insgesamt habe man das Oberbayern-Ergebnis von 19 % für die SPD in Traunstein nicht erreichen können.
Nach den Worten Reichenaus haben die SPD nicht von den großen Verlusten der CSU profitiert, „die Leute sind auf halben Wege bei den Freien Wählern oder der FDP stehen geblieben“. Weder die gute Sacharbeit der Landtagsfraktion und das mutige Auftreten von Franz Maget im Wahlkampf, noch der Wechsel an der Spitze der Bundes-SPD von Kurt Beck zu Franz Müntefering habe sich positiv auf das Wahlergebnis ausgewirkt. Man war sich einig darüber, dass wie auch schon bei den Kommunalwahlen im März die Diskussion um die Duldung einer rot-grünen Minderheitsregierung durch die Linke in Hessen potenzielle Wähler verschreckt habe. Ausdrücklich distanzierten sich die Anwesenden zudem von Äußerungen der bayerischen SPD-Spitze, in denen die CSU nach ihrem Wahldebakel verhöhnt wurde. „Angesichts des mageren SPD-Ergebnisses gibt es für uns keinen Grund, so zu reden“, stellte Dirk Reichenau fest.
In der Diskussion lobte Landratsstellvertreter Sepp Konhäuser Franz Gnadl für sein Engagement. „Er hat eine gute Figur gemacht. Er war fleißig und hat bis zur letzten Minute gekämpft.“ Zur Analyse des Wahlergebnisses ging Konhäuser weit in die Geschichte zurück. „Je mehr Parteien in Bayern zur Wahl stehen, desto geringer ist die Bestätigung für die SPD.“ Erneut machte sich Konhäuser dafür stark, die Struktur der SPD an der Basis, also den Ortsvereinen, zu verbessern. Eine wie auch immer geartete Zusammenarbeit mit den Linken lehnte Konhäuser ab, forderte aber zukünftig eine bessere Politik für Arbeitnehmer durch seine Partei.
Waltraud Wiesholer-Niederlöhner, die Vorsitzende der Kreistagsfraktion, sah das Hauptproblem in der schwindenden Zustimmung der etablierten Parteien in der Bevölkerung. Oft würde nach Tagesform und Aussehen der Kandidaten gewählt, weil immer weniger Menschen in einer Partei verankert seien. Sie rief die Anwesenden dazu auf, die SPD selbstbewusster zu vertreten. „Wir stehen als Traditionspartei für wirtschaftlichen Wohlstand, soziale Sicherheit und ökologisch Verantwortung“, betonte Wiesholer-Niederlöhner.
Bundestagsabgeordnete Dr. Bärbel Kofler sprach sich für personelle Kontinuität und klare Botschaften zu den Sachthemen aus. An der geringen Wahlbeteiligung im Stimmkreis Traunstein gegenüber dem oberbayerischen Schnitt machte Franz Gnadl das SPD-Ergebnis fest. Darüber hinaus habe sich in Traunstein und den benachbarten Stimmkreisen Berchtesgadener Land, Altötting oder Mühldorf deutlich der „Daxenberger-Effekt“ bemerkbar gemacht. Dennoch überwog bei Gnadl die Freude: „Ich habe viele positive Erfahrungen mitgenommen, die letzten vier Wochen hat es richtig Spaß gemacht.“ Laut Franz Gnadl reiche es nicht aus, „nur“ gute Politik zu machen, man müsse sie auch als solche richtig verkaufen.
Ähnlich argumentierte Bezirkstagskandidat Peter Aumeier. „Es ist gut, dass ich mit meiner Kandidatur und dem erzielten Ergebnis dazu beitragen konnte, dass demokratische Wechsel auch in Bayern möglich sind.“ In Zukunft müsse die Opposition im Landtag gehört werden. Jetzt komme es darauf an, die gute und sachorientierte Politik für Bayern fortzusetzen. „Dann werden es uns die Wähler auch beim nächsten Mal danken“, war sich Aumeier sicher.

